Gelungenes Eröffnungskonzert des Uni-Instituts für Musik mit Carl Orffs „Carmina Burana“

Inspiriert im neuen Konzertsaal

Starke Eröffnung: Mit Orffs „Carmina Burana“ wurde der neue Konzertsaal in der Mönchebergstraße eingeweiht. Foto: Malmus

Kassel. Aufführungsräume haben ihre Bedeutung. Es ist nicht egal, wo ein Konzert stattfindet. Akustik und Atmosphäre eines Raumes beeinflussen sowohl die Aufführenden als auch das Publikum.

Daher kann sich das Institut für Musik der Kasseler Uni glücklich schätzen, ein schönes neues Gebäude an der Mönchebergstraße 1 bezogen zu haben. Und dort vor allem einen eindrucksvollen Konzertsaal zur Verfügung zu haben, der beim Eröffnungskonzert am Donnerstagabend gleich seine Tauglichkeit unter Beweis stellte.

Ein großer lichter, nicht ganz rechteckiger Raum mit schwarzer Decke, von Säulen eingerahmt und mit einem großflächigen Ausblick nach draußen - so sieht der Saal aus, in dem die Uni-Musiker (und möglicherweise auch Gäste) künftig ihre Konzerte und szenischen Aufführungen veranstalten können.

Wegen der zahlreichen Mitwirkenden fanden bei der Eröffnung nur 160 Zuhörer Platz, bei kleiner besetzten Veranstaltungen können es bis zu 200 Besucher sein.

„Altes im Neuen“ steht über dem dreitägigen Eröffnungsprogramm - und ein anderes Gegensatzpaar, „Unzeitgemäß - Zeitgemäß“, stand als Motto über dem Eröffnungskonzert, das dem Komponisten Carl Orff und seinem Umgang mit Alter Musik gewidmet war.

In einem Essay erläuterte die Direktorin des Musikinstituts, Prof. Dr. Frauke Heß, wie Orff in den 1920er-Jahren nach seiner Entdeckung der Musik Claudio Monteverdis (1567–1643) glaubte, man müsse diese Musik bearbeiten, um sie modernen Hörern verständlich zu machen. Eine komplett gegensätzliche Position zum heutigen Streben nach einer möglichst originalen Klanggestalt alter Musik. Mit der Gegenüberstellung dreier Fassungen des berühmten Arianna-Lamentos „Lasciate mi morire“ von Monteverdi und von Orff wurde dies musikalisch illustriert.

Im Zentrum des Abends stand jedoch die Aufführung von Orffs „Carmina Burana“ in der Fassung von Wilhelm Killmayer für Solisten, gemischten Chor, Kinderchor, zwei Klaviere und Schlagzeugensemble.

Unter der Leitung von Andreas Cessak gelang eine engagierte und starke Aufführung mit dem Unichor Cantiamo, dem Kinderchor der Kantorei Kirchditmold, den Solisten Traudl Schmaderer, Dantes Diwiak, Florian Rosskopf, den Pianisten Ji-Youn Song und Hellmuth Vivell und dem Schlagzeugensemble um Olaf Pyras. Dazu wurden filmische Illustrationen von Studierenden gezeigt. Der riesige Beifall ermunterte zu weiteren Taten.

Heute, Institut für Musik, Mönchebergstraße 1: Open House. 11 Uhr: Songwriting Corner, 12 Uhr: Projekt Musik und Kosmos, 14 Uhr: Studentenkonzert, 15 Uhr: Weltmusik, 16 Uhr: Jazz mit Lisa Sommerfeld.

Von Werner Fritsch

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