„Interventionen“: Studierende der Kunsthochschule im Regierungspräsidium

Wuchernde Skulpturen: Anna-Maria Meyer zeigt „Symbionten“ aus Drahtgeflechten.

Kassel. Die Ausstellung „Interventionen“, bei der sich in diesem Jahr 26 Studierende der Kunsthochschule im Regierungspräsidium (RP) präsentieren, sei „noch ein bisschen erwachsener geworden“, sagt Rektor Christian Philipp Müller.

Es gibt einen von der Kasseler Absolventin Selina König, einer in Paris lebenden Grafikdesignerin, als Magazin gestalteten Katalog, „eine Publikation, die über die Ausstellung hinausreichen wird“, und anders als im Vorjahr hat mit Melanie Vogel (Warte für Kunst) - auch sie eine Kunsthochschulabsolventin - eine kuratorische Beraterin die Einrichtung der Arbeiten betreut.

Es gehe nicht um Verschönerung, sagt RP-Pressesprecher Michael Conrad, sondern um Interaktionen: Es sollten Gewohnheiten durchkreuzt, Räume verändert, Verlässlichkeiten verletzt, Kontinuitäten durchbrochen werden. Das gelang in früheren Jahren mitunter klarer, provozierender, kräftiger. Doch Kunst im Alltag einer Behörde - das bleibt auch in diesem Jahr eine spannende Konstellation.

Behörde als Orangerie

Vanessa Braun hat alle Pflanzen aus dem Gebäude im Eingangsbereich versammelt. Grün wie in einem Gewächshaus empfängt den Besucher. Die Atmosphäre von „Yucca Palme“, so heißt ihre Arbeit, soll entspannend, aber auch ein bisschen unheimlich sein. Die RP-Mitarbeiter können für einzelne Pflanzen im Verlauf der Ausstellung Patenschaften übernehmen.

Platz für ein Picknick

Eine der schönsten Aussichten Kassels bietet sich vom achten Stock. Dort hat Produktdesignerin Valeria Santagati Tisch und Hocker platziert, die ohne Leim und Schrauben konstruiert sind: Die Holzmöbel werden nur durch Spannung gehalten. Fehlt nur noch, dass eine Mahlzeit serviert wird.

Mitarbeiter-Galerie

Im fünften Stock hängen Fotos der Ex-Regierungspräsidenten wie in einer Ahnengalerie. Rosa-Violetta Grötsch hat sie durch Aquarellporträts von Mitarbeitern diverser Dezernate ersetzt, um Individuen aus dem anonymen Kollektiv herauszuheben, um die Zahnräder sichtbar zu machen, die die Behörde am Laufen halten.

Magnete im Treppenhaus

Abgeplagt hat sich Alexander Reich im Treppenhaus, um immer je zwei an Fäden befestigte Magnete so zu installieren, dass sie sich aufeinander zu bewegen, ohne zusammenzustoßen: Ein kraftvolles Bild unsichtbarer Energie.

Die Bündelungsbehörde

Ebenfalls mit Schnüren hat Julia Munz im Nordflügel hantiert. Sie hat Fäden zusammenlaufen lassen, um die Rolle des RP als „Bündelungsbehörde“ - Kommunalaufsicht und unterschiedliche Experten arbeiten unter einem Dach - zu visualisieren.

Abteilungen auf Acryl

Humorvoll hat die Abteilungen des RP Nicole Sporrer bildlich dargestellt. Acrylplatten hat sie mit bunter Farbe, einer Wachsschicht und Schwarz überzogen und dann ihre Illustrationen hineingekratzt.

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