Interview: Actionheld Sylvester Stallone über seinen neuen Film „The Expendables“

Mit Designeranzug und Pilotensonnenbrille wirkt er fast wie ein Mafioso, dabei verdient Sylvester Stallone sich seine Brötchen als Actionstar - und das mit 64 Jahren. „The Expendables“ heißt sein neues Spektakel, das er als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller zu verantworten hat.

Diese Woche kommt der Film in die Kinos. Doch der Star, der einst als Rocky nach oben kam, hat sich für den Einsatz einer militärischen Spezialtruppe in Südamerika Verstärkung geholt. Dolph Lundgren, Jet Li, Jason Statham, Mickey Rourke, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger sind Rambos Ruf gefolgt. In Berlin stand Stallone Rede und Antwort. Wir waren dabei. Sie haben mit „The Expendables“ Actionstars aus mehreren Generationen vereint. Wie kommt es, dass Kinohelden der 1980er mehr Muskeln haben als heutige?

Sylvester Stallone: Als Kind sah ich Kirk Douglas in „Die Wikinger“ und Steve Reeves als „Herkules“. Damals waren Schauspieler wahnsinnig athletisch. Mit der Zeit entwickelte sich ein neues Schönheitsideal. Männer sahen wieder natürlicher und dünner aus. Jede Generation bringt nun mal ihren eigenen Typ von Actionstar hervor.

Aber Ihnen hat gefallen, als Rocky und Rambo Ihren athletischen Körper zu präsentieren.

Stallone: Wir mussten noch ins Sportstudio gehen, um so auszusehen. Heutzutage werden die Helden durch Computeranimation mit Muskeln ausgestattet. Ich war ganz schön neidisch, als diese ganzen Superhelden in ihren körperbetonten Anzügen die Leinwand bevölkerten.

Ist es für Sie schwieriger, Explosionen oder Emotionen auf der Leinwand zu zeigen?

Stallone: Etwas explodieren zu lassen, ist einfach. Viel schwieriger ist es, beim Zuschauer Emotionen zu wecken. Eine Szene mit Dialogen löst bei mir oft die Frage aus, ob sich das Publikum nicht langweilen könnte. Aber dieses Risiko muss man nun mal eingehen.

Fühlen Sie sich jünger, wenn Sie sich vor der Kamera austoben?

Stallone: Nein, nach „The Expendables“ fühlte ich mich um Jahre gealtert. Beim Dreh kann so viel schiefgehen, dass ich oft nach Hause kam und dachte, warum tust du dir das an, du musst doch nichts mehr beweisen. Aber am nächsten Morgen wird mir dann wieder klar, jeder muss sich etwas beweisen. Genau das hält uns am Leben.

Wie haben Sie es eigentlich geschafft, Arnold Schwarzenegger zu einem Gastauftritt in „The Expendables“ zu kriegen?

Stallone: In jedem Mann, egal wie alt er ist, schlummert ein kleiner Junge, der Spaß haben will und die Herausforderung sucht. Deshalb war es gar kein Problem für mich, all diese Stars für meinen Film zu gewinnen. Sie haben mit dem Drehbuch etwas in die Hand bekommen, womit sie sich identifizieren können. Denn jeder konnte in „The Expendables“ zeigen, was in ihm steckt.

Also eine Ansammlung von richtig harten Typen?

Stallone: Es sind alle individuelle Typen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Dolph Lundgren und Jet Li etwa machen nicht nur so, sondern sind tatsächlich ausgebildete Nahkampfkünstler. So oft bekommt man nicht die Chance, in einem Film zu zeigen, wozu man fähig ist. Deshalb arbeiten wir ohne Tricks, ohne Sicherheitsseile und nur mit wenigen Stuntmen. Es ging am Set hart zur Sache, Freiwillige findet man dafür nicht so schnell.

War das Ihr ursprünglicheres Anliegen mit diesem Film?

Stallone: Ja, ich wollte einen Film über harte Typen machen, wie man sie heutzutage im Kino nicht mehr erlebt. Superhelden haben das Sagen, und ich wollte mit „The Expendables“ nochmals Helden aus Fleisch und Blut präsentieren, bevor die Technik weiter vorangeschritten ist und echte harte Typen völlig von der Leinwand verschwunden sind. Ricore

Von Markus Tschiedert

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