Interview

Sommerhit "Supergirl": Sängerin Anna Naklab kommt aus Northeim

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Schnappschuss: Anna Naklab war zu Gast beim Morgenmagazin, davon postete sie ein Foto auf ihrer Facebookseite.

Ihre Stimme hatte diesen Sommer jeder im Ohr: Mit einem Cover des Reamonn-Songs "Supergirl" landete Anna Naklab aus Northeim einen Hit. Trotzdem ist die 22-Jährige ganz normal geblieben.

Anna Naklab aus Northeim ist unser „Supergirl“. Ihre Version desgleichnamigen Reamonn-Hits stand in den deutschen Single-Charts auf Rang zwei und in Österreich sogar ganz oben. Durch den Cover-Song, den sie mit dem Berliner DJ Frans Zimmer alias Alle Farben und dem Produzentenduo Younotus aufnahm, ist die 22-Jährige in aller Munde. Wir sprachen mit ihr.

Ihre Version von „Supergirl” läuft seit Monaten im Radio hoch und runter. Haben Sie das Lied heute auch schon gehört? 

Anna Naklab: Nein, heute hatte ich Bock auf klassische Musik. Aber gestern habe ich „Supergirl” zufällig im Radio gehört. Es ist schon komisch, seine eigene Stimme zu hören. Es wird einem klar, dass sehr viele Leute dieses Lied mögen. Das ist cool.

Mit Ihrem Schulfreund Nicolas Demuth, der als Elektronikmusiker Parra for Cuva erfolgreich ist, haben Sie 2013 schon aus Chris Isaaks „Wicked Game” einen Hit gemacht. Was macht einen guten Cover-Song aus? 

Naklab: Man darf die Lieder nicht vergöttern. Ich würde nie einen Song von Adele oder Queen covern. Die sind heilig für mich. Ich habe großen Respekt vor der Musik von anderen Künstlern, aber bei „Wicked Game” und „Supergirl” hatte ich das Gefühl, dass ich das gleichwertig zum Original machen kann. „Supergirl” wurde mir von meinem Team vorgeschlagen. Normalerweise lehne ich viele Sachen ab, aber an diesem Tag war ich verkatert und hatte nichts zu tun.

An einem anderen Tag hätten Sie ihn also nicht aufgenommen? 

Naklab: Vielleicht. Entscheidender aber war, dass es noch keine fertige Produktion gab. Ich habe mich hingesetzt und zur Akustikgitarre gesungen. Ich hatte die Freiheit, etwas Neues daraus zu machen.

Das ist Ihnen gelungen. Was hat sich durch den Erfolg für Sie verändert? 

Naklab: Gar nicht so viel. Bei mir lief es schon länger gut mit der Musik. Ich kann von ihr leben. Vorher hatte ich einen Nine-to-Five-Job, ein duales Studium im Versicherungsbereich mit vier Monaten Studium und vier Monaten Praktikum. Es war furchtbar. Ich habe großen Respekt vor den Leuten, die morgens aufstehen und dann im Büro sitzen, aber das ist nicht mein Ding. Ich bin ein Freikopf. Deshalb habe ich das Studium abgebrochen.

Video: "Supergirl"

Rockstar wollten Sie dagegen schon als Kind werden. 

Naklab: Das klingt ein bisschen abgehoben, aber es stimmt. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Tag und Nacht gesungen wurde - zwar nicht gut, aber das hat mich weitergebracht. Ich weiß noch, wie sich meine Tante eine Karaokemaschine gekauft hat und ich vor ihr gesungen habe. Da war ich zwölf und wusste, dass es sich lohnen würde. Gesangsunterricht hatte ich nur drei Monate. Dann wurde meine Lehrerin schwanger. Ich habe mir alles selbst beigebracht.

Stimmt es, dass Sie sogar Ihre Hausaufgaben gesungen haben? 

Naklab: Ja, so konnte ich mir die Matheformeln besser merken. Selbst bei der mündlichen Englischprüfung im Abi habe ich gesungen. Ich habe nur eine 3 bekommen, was aber nicht an meinem Gesang lag.

Wann haben Sie angefangen, richtig Musik zu machen? 

Naklab: Als ich 13 war, lernte ich Nicolas kennen, mit dem ich eine Singer/Songwriter-Band gründete. Damals war ich total verknallt in einen Typen, den ich beeindrucken wollte. Für ihn habe ich extra Gitarre gelernt. Wir nahmen sogar eine CD auf. Der Typ hat die Musik aber nie gehört, was auch besser ist. Meine Texte waren ganz schön pubertär.

Jetzt warten alle auf Ihr Debütalbum. Wie werden Ihre eigenen Songs klingen? 

Naklab: Das werde ich oft gefragt. Daher habe ich mir einen poetischen Satz ausgedacht: Meine Musik soll klingen nach den Beats von Amy Winehouse, der Stimme von Adele und den Texten von Kurt Cobain. Das sind meine Einflüsse. Ungefähr in diese Richtung wird mein Weg gehen.

Die meisten Musiker ziehen nach Berlin. Wie wichtig ist Ihnen Northeim? 

Naklab: Sehr, ich liebe Northeim. Hier fühle ich mich wohl, hier komme ich runter, hier verarbeite ich die vielen Eindrücke, die ich unterwegs gewinne. Northeim ist meine Heimat.

Interview bei Radio HNA

Zur Person 

Geburtsname: Annika Klose

Alter: 22

Ausbildung: Abitur, duales Studium (abgebrochen)

Beruf: Sängerin, erst in Bands wie dem Duo Nian, nun solo.

Privates: Naklab ist Single und lebt in Northeim, wo sie gerade eine eigene Wohnung bezogen hat.

Hobbys: Spielt gern Karten und häkelt gern („so voll omamäßig“).

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