Neu im Kino: Erotisches Psychodrama „Unter dir die Stadt“

Intrigen in Mainhattan

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Erotisch-mysteriös: Nicolette Krebitz als Svenja.

Wer hat den Längsten? Frankfurt am Main, die deutsche Großstadt mit Hochhäusern, die etwas hermachen. In den Türmen waltet die Bankerelite. In diesem Biotop siedelt Regisseur Christoph Hochhäusler das Psychodrama „Unter dir die Stadt“ an. Hauptfigur ist Roland Cordes, Manager einer Großbank, der sich in Svenja, die Ehefrau des neu eingestellten Analysten Oliver, verliebt.

Um sie für sich zu gewinnen, bringt der Strippenzieher den Vorstand dazu, Oliver zu versetzen. Bald verstrickt sich Cordes in der obsessiven Beziehung in die Intrige, die er ausgeheckt hat.

Als Inspiration diente die biblische Parabel von David und Batseba, in der König David die Frau seines Untergebenen begehrt und ihn an die Front schickt. Mit einer hervorragenden Kameraarbeit überträgt Hochhäusler die allmächtige Königsperspektive auf die obersten Etagen der Wolkenkratzer. Die durchstilisierte Inszenierung entwickelt einen hypnotischen Sog. Nicolette Krebitz ist die anmutig-schlaksige Müßiggängerin Svenja: Selten gelingt es in deutschen Filmen, eine Schauspielerin so mysteriös-erotisch in Szene zu setzen wie hier.

Auch der Schweizer Theaterstar Robert Hunger-Bühler ist als diskreter Machtmensch Cordes sehenswert. Die kunstvoll eisgekühlte Stimmung kann aber auf Dauer nicht verdecken, dass dem Drehbuch arg schnell die Ideen ausgehen. (dapd)

Genre: Psychodrama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: Drei von fünf Sternen

Von Birgit Roschy

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