Bands aus den USA und Kanada begeisterten beim Bluegrass-Festival im Kulturzentrum Schlachthof

Irische Wurzeln sind spürbar

Fröhlich und mit Songs voller Fernweh: Laurel Premo (links) und Michael Beauchamp vom Duo Red Tail Ring aus Michigan beim Auftritt im Schlachthof. Foto:  Zgoll

Kassel. Amerikanische Bluegrass-Musik ist einfach, ehrlich und handgemacht. Ausgefeilte Technik fehlte am Dienstagabend im gut gefüllten Schlachthof. Drei amerikanische Bands machten auf einer 19-Städte-Tour mit Gitarre, Banjo, Mandoline, Kontrabass, Fiddle (Geige) und Gesang Station in Kassel.

Das Duo Red Tail Ring (Laurel Premo und Michael Beauchamp) aus Michigan eröffnete den kurzweiligen Abend mit Eigenkompositionen, die schon einen ersten Eindruck von Fernweh, ländlichem Leben und den irischen Wurzeln der Musik erahnen ließen. Die Carper Family (Beth Chrisman, Jenn Miori und Melissa Carper aus Austin, Texas) zeigte mit musikalischer Verstärkung aus der dritten Band - Beth Chrisman musste krankheitsbedingt beim ersten Stück von der Bühne - , dass Bluegrass aus der Familie der Countrymusik stammt.

Ohne den konservativ-patriotischen Schmelz des Mainstream-Country aus Nashville wird das fröhlich-archaische Muster der Musik deutlich.

Mit angenehm schleifend-quietschender Fiddle, der Mandoline als Rhythmusgeber, dem Banjo und der Gitarre basiert die Musik, neben dem ausgefeilten Satzgesang, auf Saiteninstrumenten. „Bluegrass Grows Everywhere“, Bluegrass wächst überall, ist denn auch das Motto der Tour, die von einer kanadischen Formation aus fünf Musikern, den Foggy Hogtown Boys, komplettiert wird.

Bluegrass, eigentlich aus dem US-Staat Kentucky kommend, wächst demnach auch in Toronto, Canada – und wie. Vor allem der Geiger John Showman vermittelte mit zum Teil irrwitziger Geschwindigkeit, dass Bluegrass auch mit Jazz zu tun hat. Das Publikum war begeistert. Die Zugaben mit dem gemeinsam gesungenen Gospel „Down by the Riverside“ schlossen einen gelungenen Abend ab.

Von Michael Lacher

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