Regisseur Tom Ryser und Dirigent Yoel Gamzou über das Musical „Evita“ - Premiere am Samstag

Die irre Geschichte einer Alpha-Frau

Auf einer Wellenlänge: Regisseur Tom Ryser (links) und Dirigent Yoel Gamzou. Foto: Fritsch

Kassel. Unbedingt wollte Yoel Gamzou das Musical „Evita“ einstudieren. Der erste Kapellmeister des Staatstheaters ist nämlich ein großer Musicalfan. „Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen“, sagt der 25-Jährige. Das populäre Genre gegenüber der Oper abzuwerten, würde Gamzou arrogant finden. Ob Beethovens „Fidelio“ oder Lloyd-Webbers „Evita“: „Entscheidend ist, dass man etwas mit Leidenschaft macht.“ Am Samstag ist Premiere im Opernhaus.

Gamzou liegt in seiner Begeisterung voll auf einer Linie mit Tom Ryser (46). Der Schweizer Regisseur ist nicht nur im Musical zu Hause. Im Jahre 2004 hat er in Kassel bereits eine viel beachtete Theateraktion „Wirrklichkeit“ inszeniert. Jetzt haben sich Dirigent und Regisseur auf das Musical „Evita“ förmlich gestürzt. „In drei Sekunden waren wir auf einer Wellenlänge“, sagt Gamzou.

Evita, das ist die unglaubliche Geschichte einer Frau, die aus armen Verhältnissen zur Präsidentengattin aufsteigt und zur Ikone der Armen in Argentinien wird.

Über welche Fähigkeiten diese „Alpha-Frau“ verfügt, genau das interessiert Ryser. Wie hat sie ihre unglaubliche Karriere geschafft, wie viel Dreck hat sie am Stecken? Wie konnte sie zur Hoffnungsträgerin für so viele werden? „Wir versuchen, den Zuschauern einen Schlüssel zu dem Stück und zu der Person in die Hand zu geben“, sagt Ryser. Dabei werde alles geboten, was man von einem Musical erwartet, ohne oberflächlich zu werden -oder kitschig.

Der findet die Musik besonders spannend, weil sie so vielfältig ist und die Stile mixt. Tango gibt es ebenso wie Salsa - eben „verschiedene Arten von Zucker“. Dabei mischen sich Band und klassisches Orchester - wobei beide voneinander profitieren.

Auch die Arbeit mit einem Ensemble, in dem sich Musical-Darsteller mit Opernsängern und Solisten aus dem Opernchor agieren, fanden Gamzou und Ryser sehr reizvoll.

Premiere: Samstag, 19.30 Uhr, Opernhaus. Karten: Tel. 0561 / 1094-222.

Von Werner Fritsch

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