Erfolgreich mit irren Tönen: Das nicht unumstrittene United Kingdom Ukulele Orchestra

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Sind für jeden Spaß zu haben: Die Musiker des United Kingdom Ukulele Orchestra mit (von links) Lesley Cunningham, Alan Sweeny, Andy Wild, Doug Henning, Peter Baynes, Alan Dowson, Tony Young und Sarah Dale.

Peter Moss brauchte nicht lang, um sein erstes Lied auf einer Ukulele zu spielen. Der Brite war acht, bekam das viersaitige Instrument in die Hand und zupfte auf ihm herum. Eine halbe Stunde später konnte er bereits den Folk-Song „Tom Dooley“ spielen.

Nicht sehr viel länger hat der 63-Jährige gebraucht, um aus dem United Kingdom Ukulele Orchestra eine Erfolgsband zu machen. Vor drei Jahren saß der vielseitige Musiker, der für „The Rocky Horror Show”, die BBC-Sendung „News Huddlines“ und den deutschen Opernsänger Peter Hofmann arbeitete, gelangweilt in einem Tourbus, packte eine Ukulele aus und coverte zum Spaß der Mitfahrer ein klassisches Werk.

Eben das ist das Konzept des United Kingdom Ukulele Orchestras, das Moss seit 2009 leitet. Das achtköpfige Ensemble spielt fast alles auf der Ukulele - vom Radetzky-Marsch über Queens „Bohemian Rhapsody“ bis „Rote Lippen soll man küssen“. Schon das ist komisch, weil der etwas pappige Ton des Instruments immer ein bisschen lustig klingt. Trotzdem packen die Musiker zusätzlich noch typisch britischen Monty-Python-Humor dazu.

In der Szene hat Moss dafür viel Beifall bekommen, aber auch wütende Reaktionen. Denn Konzept und Name erinnern an das seit 1985 bestehende The Ukulele Orchestra of Great Britain. Fans des Originals ärgern sich immer wieder, dass alles nur abgekupfert sei.

Moss ficht das nicht an. „Es gibt einen Platz für alle in der Welt. Sonst dürfte Eric Clapton auch keinen Blues mehr spielen, weil das B.B. King schon vor ihm gemacht hat“, sagt er unserer Zeitung.

In jedem Fall entdecken immer mehr Musiker die Ukulele neu, die 1879 ein Portugiese nach Hawaii brachte. Wegen der sich schnell bewegenden Finger fühlten sich die Einwohner der Pazifikinsel an einen „hüpfenden Floh“ („’ukulele“) erinnert.

Obwohl schon Musiker wie der Beatle George Harrison die kleine Schwester der Gitarre schätzte, galt sie lange als Instrument für Kinder. „Sie hatte ein Image-Problem“, sagt Moss. Das ändert sich nun durch sein Orchester und Stars wie Eddie Vedder. Der Pearl-Jam-Sänger veröffentlichte zuletzt ein Solo-Album mit „Ukulele Songs“.

Das freut auch die mehr als 3000 Mitglieder des 1. Deutschen Ukulelenclubs. Deren Slogan lautet: „Für Körper und Seele - Ukulele.“

United Kingdom Ukulele Orchestra: Donnerstag, Stadthalle Göttingen. Samstag, Stadthalle Kassel, jeweils 20 Uhr. HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

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