Irritierend schön: Synje Norland wagt mit „Who Says I Can’t?“ einen Neuanfang

Bleibt konsequent: Sängerin Synje Norland. Foto: Jana Legler/nh 

Es gibt sie immer wieder, diese irritierenden, unerwarteten Momente: Da taucht zwischen klassischem Singer-Songwriter-Pop ein reines Cellostück auf. Da klingt die Stimme von Synje Norland mal sensibel und schwach und dann wieder unerschütterlich und kraftvoll.

Mit ihrem neuen Album „Who Says I Can’t?“ hinterlässt die Nordfriesin einen fast schwerelosen Eindruck. Das klingt ganz anders als das plakative „Tri Martolod“ oder die schlagerlastige Ballade „Gestrandet“, die sie 2013 mit der ebenfalls norddeutschen Band Santiano aufnahm - ein größeres Publikum kennt sie von der Tournee mit den Seemännern.

„Who Says I Can’t?“ hat wohltuend wenig mit den traditionellen Volksliedern zu tun. Und von den ersten Tönen an ist klar, Mainstream-Pop ist auch nicht ihr Ding. War er nie. Seit fast zehn Jahren macht Norland Musik und geht dabei konsequent ihren Weg. Sie hat sich nun aufgemacht zu einem Alleingang, der aus ihr zwar eher kein Popsternchen macht, es aber vermag, sie - und ihre Zuhörer - glücklich zu machen. Denn es ist Musik, die ungewöhnlich ist und anrührt. In den vergangenen fünf Jahren hat Norland ihr drittes Album selbst geschrieben, produziert und arrangiert - nur Cello und Streicherarrangements stammen von Michael Becker.

„Ich hatte mich waghalsig in dieses Abenteuer gestürzt“, sagt Norland. Und weil Abenteuer eben nicht immer einfach zu bewältigen sind, sei der titelgebende Song so etwas wie der Schlachtruf der 34-Jährigen geworden. Zu hören sind komplexe Stücke - eine Mischung aus Pop und experimenteller Klassik. Stücke wie „Riverside“, der in einem selbst lauter wird und die Welt drum herum leiser werden lässt. Und „Bigger Than Better“, der einen auffordert, eine bessere Version von sich zu werden. „Into The Blue“ ist ein Lied über den Mut, sich dem Leben hinzugeben, sich fallen zu lassen. Synje Norland beschreibt ihn so: „In das Blaue hinein sein Glück zu suchen, auf die Gefahr hin zu scheitern.“ Gescheitert ist sie mit ihrem neuen Album nicht - es ist irritierend, unerwartet, schön. Synje Norland: Who Says I Can’t?, (Norland Music)

Von Maja Yüce

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