Mit Sprachkunst

Isabel Paehr, Ida Lorbach und Freya Chakour im Kunsttempel

Sie zeigen Arbeiten zum Thema Sprache im Kunsttempel: (von links) Isabel Paehr, Ida Lohrbach und Freya Chakour. Foto: De Filippo

Kassel. Worte hallen durch den Raum. Aufzählungen, Verben, Adjektive - zusammengetragen von Ida Lorbach. Bis Sonntag stellt die junge Künstlerin gemeinsam mit Isabel Paehr und Freya Chakour im Kunsttempel aus.

Für ihre Audioinstallation hat Lorbach Begriffe gesammelt, die ihr während ihres Studiums an der Kasseler Kunsthochschule besonders oft begegnen. „Es sind Worte, die zur Beschreibung von Kunstwerken verwendet werden“, erklärt sie. Aber auch Floskeln und hohle Phrasen hat sie in ihre Aufzählung aufgenommen. „Ich möchte zeigen, wie schwierig es ist, über Kunst zu sprechen, sie zu beschreiben“, sagt Ida Lohrbach.

Im Eingangsbereich des Ausstellungsortes hat Isabel Paehr zwei Computerbildschirme installiert, die scheinbar einen Dialog miteinander führen. Einer agiert höchst menschlich, der andere, wie man es von einem Computer erwartet: in Programmiersprache. Verbunden mit dem Internet, scheint er auf nahezu alle Fragen eine Antwort zu finden. Er ortet die Handys der Ausstellungsbesucher, kennt fremde Mail-Acounts und sogar Kreditkartennummern. Kann er das tatsächlich? Eine interessante Frage, die die Künstlerin jedoch offen lässt.

Die Suche nach der eigenen Identität thematisiert Freya Chakour in ihrer zweiteiligen Arbeit. Ein Video zeigt Szenen aus der libanesischen Stadt Beirut, wo ein Teil von Chakours Familie lebt. Es sind Bilder voller Gegensätze: Verfallene, verwahrloste Häuser treffen auf moderne Bürokomplexe. Auf einem historischen Friedhof steht ein Baukran. Aus Lautsprechern dröhnen die Geräusche der Großstadt.

Wunderbar poetisch sind hingegen die Texte, in denen die Künstlerin ihre Erinnerungen an das Haus ihrer deutschen Großeltern beschreibt. Die dörfliche Idylle, die Stille, die Geborgenheit, die schrulligen Eigenheiten der Menschen. „Obwohl diese beiden Orte so unterschiedlich sind, bin ich mit beiden emotional tief verbunden“, sagt Freya Chakour.

Bis Sonntag im Kunsttempel, Friedrich-Ebert-Straße 177, geöffnet täglich von 15 bis 21 Uhr.

ZU DEN PERSONEN 

Isabel Paehr (23), Ida Lorbach (36) und Freya Chakour (22) studieren an der Kasseler Kunsthochschule. Sie verbindet nicht nur ihre Leidenschaft für Bildende Kunst, sondern auch die fürs Schreiben. Seit einiger Zeit bilden die drei Künstlerinnen ein Schreibkollektiv, in dem sie gemeinsam das Medium Sprache erforschen.

Von Pamela De Filippo

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.