Kämpfer verwüsten Unesco-Welterbe in Timbuktu

Islamisten zerstören Gräber in Mali

Einst ein Zentrum des Islam: Timbuktu mit seinen Lehm-Moscheen. Foto: dpa

Timbuktu. Islamistische Kämpfer mit Beziehungen zu Al Qaida verwüsten nach Angaben von Bewohnern sowie den UN zum Weltkulturerbe erklärte Heiligengräber in Timbuktu. Sie hätten damit begonnen, die Grabstätten mit Schaufeln zu beschädigen, sagte der Augenzeuge Ali Yattara am Samstag.

In einer Stellungnahme der Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova wurde berichtet, dass die jahrhundertealten muslimischen Mausoleen von Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moya zerstört worden seien. Die Unesco rief zum sofortigen Stopp der Verwüstungen auf.

Wegen des bewaffneten Konflikts in Mali hatte die Unesco Timbuktu am Donnerstag auf die Liste des gefährdeten Weltkulturerbes gesetzt. Die Zerstörungsaktion sei eine Reaktion darauf, sagte Yattara.

Die Islamisten lehnen die Verehrung von Heiligengräbern ab, die Teil der sufistischen Tradition innerhalb des Islams sind. In Timbuktu gibt es mehr als 300 Heiligengräber, 16 werden von der Unesco als Weltkulturerbe geführt. Timbuktu war lange Zeit ein Zentrum der islamischen Lehre.

Extremisten der Gruppe Ansar Dine, die der Al Qaida nahesteht, haben nach eigenen Angaben die Kontrolle über die Nordhälfte Malis übernommen und die Rebellenkämpfer der Volksgruppe der Tuareg vertrieben. Sowohl die Islamisten als auch die Tuareg versuchen seit einem Militärputsch im März, das Chaos im Land auszunutzen. (dapd/w.f.)

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