Fragen und Antworten zum Filmklassiker: Heute kommt „Titanic“ in einer 3D-Fassung ins Kino

Mit Jack und Rose am Bug

Die berühmteste Szene aus „Titanic“: Jack (Leonardo DiCaprio) und Rose (Kate Winslet) stehen am Bug des Schiffes und geben sich dem Gefühl hin, zu fliegen. Foto:  Foxfilm/nh

Ob sich Taschentuchhersteller schon auf größere Liefermengen eingestellt haben? Heute kommt ein Film erneut in die Kinos, der auf der Skala der Tränen einen der ewigen vordersten Plätze belegt: „Titanic 3D“ ist die dreidimensional aufbereitete Fassung des Kinoerfolgs aus dem Jahr 1997. Regisseur James Cameron bringt ihn zum 100. Jahrestag des Schiffsuntergangs technisch aufpoliert auf die Leinwand zurück. Wir erklären den Kult und sagen, ob sich das dreidimensionale Erlebnis lohnt.

? Wie wurde der Film in 3D angefertigt?

!Zunächst wurde das 35mm-Filmnegativ in ein digitales Format gewandelt, sozusagen eingescannt. Dann haben 300 Experten in 750 000 Arbeitsstunden jedes einzelne von 295 000 Filmbildern bearbeitet. Jedes Objekt in jedem Bild bekommt eine digitale Kontur, so wird ein Tiefeneffekt erzeugt, als hätte man von Anfang an mit Stereo-Kameras gefilmt. Cameron sagt aber, das Ergebnis entspreche eher 2,8D als 3D.

? Wie ist aus Zuschauersicht das Ergebnis gelungen?

!Überzeugend. Besonders in den Totalen, wo das prächtige Schiff in Szene gesetzt wird, in den vielen Untergangsszenen und in der berühmtesten Sequenz, wo das Liebespaar Jack und Rose am Bug steht und man mit ihnen emotional in den Himmel fliegt. Manche Dialogszenen sind optisch aber verflimmert, da wirkt die vorn stehende Figur ähnlich wie das schwammige Hologramm des per Fernschaltung eingeblendeten Imperators in den frühen „Star Wars“-Filmen.

Und manche Gesprächssituation braucht den Effekt einfach nicht. Trotzdem wird beim Betrachten deutlich, was Cameron meint, wenn er sagt, 3D verstärke nicht nur das Spektakel in Actionszenen, sondern auch die Gefühle. Cameron ist natürlich ein Könner, er strapaziert die Raumeffekte nicht über.

? Und die beiden Hauptdarsteller?

!Wirklich süß. Man hat ja schon wieder vergessen, dass sie 1997 noch nicht so bekannt waren. „Titanic“ war für Kate Winslet und Leonardo DiCaprio der Durchbruch. Heute sind die einstigen Teeniestars beide längst im Charakterfach angekommen. Aber es ist wunderbar, sie so jugendlich-frisch wieder zu erleben.

? Was passiert eigentlich im Film?

!Rose ist Tochter aus reichem Hause, Glücksritter Jack hat die Überfahrt in der dritten Klasse beim Kartenspiel gewonnen. Während an Bord ihre Liebe entflammt, nähert sich das Schiff dem Eisberg, kollidiert und sinkt. An Bord bricht Panik aus, die Rettung verläuft chaotisch. Rose überlebt, Jack stirbt.

? Wie sieht die Erfolgsgeschichte des Ur-Films aus?

!Er hat elf Oscars gewonnen und weltweit die Rekordsumme von 1,8 Milliarden Dollar eingespielt. Das machte ihn zum erfolgreichsten Film aller Zeiten, bis „Avatar“ - ebenfalls von James Cameron - ihn ablöste.

? Wie ist der Kult um den Film zu erklären?

!Mal von dem Schmacht-Faktor abgesehen, ist „Titanic“ einfach hervorragend gemacht. Er ist schwelgerisch aufwendig ausgestattet bis ins kleinste Weinglas (Budget damals: 250 Mio. Dollar) und verbindet mehrere gewichtige Themen: Liebe, die alle Grenzen überwindet, der Freiheitsdrang, den wir mit Rose mitempfinden, das ständeübergreifende menschliche Leid, das wir in vielen Nebenszenen miterleben. Aber auch die Faszination, die von diesem größten beweglichen Objekt ausgeht, das je von Menschen gebaut worden war, und die Technikgläubigkeit (nicht nur) der damaligen Zeit.

Cameron bettet die Geschichte in eine Rahmenhandlung mit Forschern am echten Wrack auf dem Meeresgrund. Und schon nach wenigen Filmminuten, wenn die Kamera am moosigen Bug 4000 Meter unter dem Atlantik entlangstreift, ist die erste Gänsehaut unausweichlich.

Von Bettina Fraschke

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