Verleihung am 13. Oktober

"Die fantastischen Vier" bekommen Jacob-Grimm-Preis in Kassel

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Werden in Kassel ausgezeichnet: Thomas D. (links) und Michi Beck von den Fantastischen Vier.  

Kassel. Udo Lindenberg hat ihn schon, jetzt bekommen die Fantastischen Vier für ihre Verdienste um die deutsche Sprache den Jacob-Grimm-Preis in Kassel.  

Die Nachricht, dass Michael Schmidt, Thomas Dürr, Michael Beck und Andreas Rieke den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache erhalten, dürfte bei vielen höchstens ein Achselzucken hervorrufen. Allerdings verbirgt sich hinter dem Quartett eine der erfolgreichsten deutschen HipHop-Gruppen: Die Fantastischen Vier, kurz auch Fanta 4, die am Freitag ihr neues Album auf den Markt bringen. Und die vier Musiker sind eher als Smudo, Thomas D, Michi Beck und And.Ypsilon bekannt.

„Die Fantastischen Vier sind Wegbereiter einer neuen deutschen Musikgeschichte“, erklärte der Bamberger Sprachwissenschaftler und Sprecher der Jury, Prof. Dr. Helmut Glück: „Zu einer Zeit, in der Sprechgesang mit der englischen Sprache verknüpft war, waren sie die ersten, die sich ihrer Muttersprache bedienten, ähnlich wie Udo Lindenberg, der das Deutsche in der Popmusik etablierte.“ Es gelte, ihren Verdienst um den deutschsprachigen HipHop auszuzeichnen. Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre wird die Lobrede halten. Die Preisverleihung findet am 13. Oktober in Kassel statt. Die Fantastischen Vier spielen außerdem am 21. Juli ein Openair-Konzert im Kasseler Auestadion.

Der mit 5000 Euro dotierte Initiativpreis Deutsche Sprache geht an die Kampagne „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ des Netzwerks „Frühe Hilfen“ des Jugend- und Sozialamtes der Stadt Frankfurt. „Wir zeichnen damit den Ansatz der Initiatorinnen aus, den Blick der Betroffenen auf ihre Vorbildfunktion – und nicht auf ihre Mobiltelefone – zu lenken“, sagte Jury-Sprecher Glück: „Es geht schließlich um die mentale Anwesenheit der Eltern.“

Das Bundessprachenamt, das Lehrgänge in über 50 Sprachen für Soldaten und Bedienstete der Bundes- und Länderressorts organisiert, wird für die vorbildliche Arbeit der Abteilung Sprachausbildung, Bereich Deutsch als Fremdsprache, mit dem Institutionenpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet. „Als größter linguistischer Arbeitgeber Deutschlands erfüllen die Multiplikatoren die hohen Qualitätsansprüche in der Umsetzung des Deutschunterrichts mustergültig“, so die Jury-Begründung. „Die Lerner nehmen nicht nur das Wissen über die deutsche Sprache mit in ihre Heimat, sondern auch Kenntnisse über die deutsche Kultur.“

Der dreiteilige Kulturpreis Deutsche Sprache wird seit 2001 von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache (Dortmund) für besondere Verdienste um die deutsche Sprache vergeben. Den Jacob-Grimm-Preis erhielten bisher u. a. Günter de Bruyn, Frank Schirrmacher, Cornelia Funke, Nora Gomringer, Loriot, Udo Lindenberg, Dieter Nuhr, Peter Härtling, Katharina Thalbach und Norbert Lammert.

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