Festkonzert zum Jubiläum 650 Jahren Martinskirche unter Leitung von Eckhard Manz

Prachtvoll und düster

Geballte Kraft: Kantorei und Orchester St. Martin beim Festkonzert. Foto: Schachtschneider

Kassel. Glänzend sieht sie schon aus, die neue Orgel in der Martinskirche. Doch noch sind nicht alle Pfeifen intoniert, deshalb schwieg das Instrument beim großen Jubiläumskonzert zum 650. Jubiläum am Samstag noch.

Die Kantorei und das Orchester St. Martin unter Leitung von Kantor Eckhard Manz führten ein Programm auf, das mit festlichen Klängen von Johann Sebastian Bach begann. Die Solokantate „Jauchzet Gott in allen Landen“, im Solopart gestaltet von der Kasseler Sopranistin Traudl Schmaderer, wurde in den Ecksätzen durch eine jubilierende Trompetenstimme (Frank Severin) ergänzt. Besonders im Choral konnte auch das kammermusikalische Ensemble seine feine Klanglichkeit ausspielen.

„Erhöre mein Gebet, Herr, und mein Flehen. Mit den Ohren vernimm meine Tränen“, heißt es am Beginn von Igor Strawinskys epochaler Psalmensinfonie, die im Anschluss erklang – und diese Worte setzte der russische Komponist beeindruckend in Töne. Instrumentiert ist das dreisätzige Werk für ein unter anderem Harfe, Klavier, Kontrafagott und Tuba umfassendes Orchester. Dessen Reichtum lässt Strawinsky vielfältig, wenn auch insgesamt herb und düster, zur Geltung kommen. Die Musik oszillierte dabei zwischen intensivem Flehen und archaischem Hymnenklang. Vor allem die anspruchsvolle Fuge, die sowohl von den zuerst einsetzenden Holzbläsern wie auch später vom Chor gemeistert wurde, überzeugte durch ihre Eindringlichkeit.

Als müsse das lodernde, expressive Werk Strawinskys mit einer barocken Klammer eingefasst werden, folgte noch Bachs große Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ mit dem Solistenquartett Traudl Schmaderer, Cornelia Sander (Alt), Johannes Klüser (Tenor) und Daniel Holzhauser (Bass). Rund 400 Zuhörer spendeten danach minutenlang herzlichen Beifall.

Von Felix Werthschulte

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