Weltkritik mit guter Laune

Fünf Jahre nach Durchbruch meldet sich Christian Durstewitz

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Die Frisur sitzt immer noch: Christian Durstewitz (Mitte) mit seinen Musikern, die für das neue Album „Welt Zoo“ mit Tiermasken auftreten.

Vor fünf Jahren wäre Christian Durstewitz fast für Deutschland zum Eurovision Song Contest gefahren. Mittlerweile studiert der Sänger Lehramt - und überrascht mit neuen Pop-Songs.

Vor fünf Jahren wurde aus dem Abiturienten Christian Durstewitz der Pop-Star Dursti. Der Sänger und Gitarrist, der in Fritzlar geboren wurde und in Frankenau-Altenlotheim lebte, schaffte es in der Casting-Show „Unser Star für Oslo“ bis ins Halbfinale. Zum Grand Prix fuhr dann zwar Lena Meyer-Landrut, aber auch Durstewitz ist bis heute gut im Geschäft. Er steht regelmäßig auf Konzertbühnen, obwohl er in Marburg Bio und Chemie auf Lehramt studiert. Nun hat er es quasi nebenbei geschafft, ein neues Album aufzunehmen, das es aber nur bei Live-Auftritten gibt.

DIE MUSIK

Im Interview ist Durstewitz immer noch der nette Typ von nebenan, den man sich niemals mit schlechter Laune vorstellen kann. „Ich wollte immer nur der sein, der gute Laune verbreitet“, sagt der 25-Jährige. Das war schon bei seinen TV-Auftritten so, und auch die neuen Songs klingen nach leichtem Soul-Pop.

Trotzdem ist etwas anders auf „Welt Zoo“, das Durstewitz mit befreundeten Kollegen aufgenommen hat. Er singt nun auf Deutsch, denn „ich will jetzt auch was aussagen“. Es geht etwa um die Vielfalt der Welt, weshalb seine Musiker wie der Rapper Cro mit Tiermasken auftreten: „Ich versuche den Spagat zwischen Weltkritik und guter Laune.“

DIE HEIMAT

Nach seinem Debüt „Let Me Sing“ (2010) hat Durstewitz viel Zeit in Berlin und anderen Metropolen verbracht, doch er war immer wieder froh, wenn er nach Hause kam: „Auf den großen Bühnen und in der weiten Welt habe ich mich nie wohlgefühlt. Mich zieht es immer wieder an den Arsch der Welt.“ Das neue Lied „Nach Hause“ ist darum eine Liebeserklärung an seine Heimat.

Zuletzt lebte Durstewitz in einem Mehrfamilienhaus in Frankenberg, wo die Nachbarn nach einer halben Stunde an die Decke klopften, wenn er Gitarre spielte. Nun hat er mit seiner Freundin ein Haus in Münchhausen-Simtshausen gemietet. In dem 420-Seelen-Dorf stört er niemanden. „Und ich kann 20 Minuten durch den Wald gehen und sehe nur Wald, toll“, findet Durstewitz.

DIE CASTINGSHOW

Während andere ehemalige Castingshow-Kandidaten darüber klagen, dass ihnen ihre TV-Prominenz eher schadet, profitiert Durstewitz noch heute von seinen Auftritten vor der Jury mit Stefan Raab. „Das war keine Castingshow für Popstars, sondern für richtige Künstler“, sagt der Wuschelkopf, der trotzdem an die Uni wechselte: „Die Leute denken, wenn du einmal im Fernsehen warst, bist du Millionär. So funktioniert das nicht.“

DIE FAMILIE

Das Gesangstalent hat Christian von seinem Vater Claus geerbt. Der Tenor aus Fritzlar lebt nun im österreichischen Linz, wo er ein festes Opern-Engagement hat. Christians Schwester singt in einem der neuen Stücke. Und für seine Cousine aus Innsbruck, die mit ihrer Freundin eine österreichische Castingshow gewann, hat Durstewitz ein Lied geschrieben.

DIE ZUKUNFT

Nach dem Studium möchte Durstewitz als Lehrer arbeiten und nur am Wochenende Musik machen. Vielleicht auch wieder auf größeren Bühnen: „Auf den Grand Prix hätte ich noch einmal Lust“

Das Album „Welt Zoo“ gibt es nur bei Konzerten. Termine: 22. Mai: Kassel (Stadtfest), 31. Mai: Fritzlar, 2. Juli: Korbach, 3. Juli: Baunatal, 7. September: Kassel (Theaterstübchen).

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