Er starb mit nur 48 Jahren

Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot

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Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot

Frankfurt - Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot. Der Autor starb im Alter von nur 48 Jahren nach langer und schwerer Krankheit. Er hinterlässt Frau und Kinder.

Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot. Der Schöpfer des deutsch-türkischen Privatdetektivs Kemal Kayankaya starb in der Nacht zum Donnerstag in Berlin im Alter von 48 Jahren an Krebs, wie der Diogenes Verlag in Zürich mitteilte.

Seinen großen Durchbruch hatte er 1985 mit seinem Kriminalroman „Happy Birthday, Türke!“, in dem er seinen Ermittler Kayankaya erstmals durch die Mainmetropole schickte. Da war er gerade Anfang 20. 1991 wurde der Roman von Doris Dörrie verfilmt. Fünf Bücher schrieb Arjouni über seinen Privatdetektiv, der kein Wort Türkisch spricht, aber als „Kanake“ beschimpft wird. Der letzte Fall mit Kemal Kayankaya, „Bruder Kemal“, erschien im Herbst 2012.

Arjouni wurde am 8. Oktober 1964 in Frankfurt am Main geboren. Sein Vater war der Dramatiker Hans Günter Michelsen. Den Namen Arjouni nahm er später von seiner aus Marokko stammenden Ex-Ehefrau an.

Sein Abitur machte Arjouni an der Odenwaldschule, die damals noch als Vorzeigeinternat der Reformpädagogik galt und inzwischen wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs der Schüler durch mehrere Lehrer in Verruf geraten ist.

Nach seinem Abitur lebte Arjouni zweieinhalb Jahre im südfranzösischen Montpellier, wo er unter anderem als Kellner und Textilverkäufer arbeitete. Nach seinem Erstlingsroman „Happy Birthday, Türke!“ und dem Theaterstück „Garagen“ begann er eine Ausbildung an einer Berliner Schauspielschule, die er aber wenig später abbrach.

Arjouni verlegte sich ganz aufs Schreiben. Neben seinen Krimis mit Kayankaya schrieb er Theaterstücke, darunter „Nazim schiebt ab“ und mehrere Berlin-Romane wie „Magic Hoffmann“ (1996) oder „Der heilige Eddy“ (2009). 1992 wurde er für den Kayankaya-Krimi „Ein Mann, ein Mord“ mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet.

Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebte Arjouni zuletzt in Südfrankreich und in Berlin, wo er nun starb.

dpa

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