HNA-Weihnachtsgala mit Staatsorchester und Martinskantorei

Jauchzet, frohlocket

Viel Gespür fürs Beschwingte: Erster Kapellmeister Marco Comin dirigierte die Weihnachtsgala in der Kasseler Martinskirche. Foto:  Socher

KASSEL. Pauken und Trompeten und noch viel mehr hatte die HNA-Weihnachtsgala in der Kasseler Martinskirche zu bieten. Beim ausverkauften Benefizkonzert zugunsten der Aktion Advent traf Festliches auf Besinnliches und zum Schmunzeln Anregendes. Eine klassische Delikatesse machte den Auftakt, denn das Staatsorchester Kassel servierte einen Hit, der mehr ist als ein Klingelton: Mozarts kleine Nachtmusik.

„Keine Note zuviel, keine zuwenig“ beschrieb Orchestermanagerin Insa Pijanka in ihrer Begrüßung das Geheimnis der viersätzigen Streicherserenade. Marco Comin, der erste Kapellmeister des Staatstheaters, dirigierte sie mit venezianischer Eleganz und zeigte dann auch beim Rest des Abends sein Gespür fürs rhythmisch Beschwingte.

So auch beim mit Trompeten und Pauken ausgestatteten Eröffnungschor „Jauchzet, frohlocket“ von Bachs Weihnachtsoratorium.

Anrührend schlicht

Neben dem Orchester glänzte die ausgezeichnete Kantorei an St. Martin, deren Leiter Eckhard Manz im Chor mitsang. An reiner Chormusik gab es - anrührend schlicht - „Es ist ein Ros entsprungen“, und in den Ausschnitten aus dem Weihnachtsoratorium setzte der Choral „Wie soll ich dich empfangen“ einen ernsten Kontrapunkt. Johaann Sebastian Bach hat ihn nämlich auf die Melodie von „O Haupt voll Blut und Wunden“ komponiert. Als weiterer Barockkomponist wurde Georg Friedrich Händel gefeiert - mit Musik aus dem Oratorium „Der Messias“ bis hin zum triumphalen Halleluja.

An den Weihnachtsman

Beim gemeinsamen Singen der Händel-Melodie „Tochter Zion“ konnte man seine Textsicherheit testen (ein Textblatt wäre für viele wohl von Vorteil gewesen). wischen den Musikblöcken las die Schauspielerin Anke Stedingk aus Briefen italienischer Kinder an den Weihnachtsmann. Das Publikum schmunzelte ob einer Frage, die wir uns alle schon mal gestellt haben: „Gibt es eine Weihnachtsfrau?“

Viel Beifall und Zugaben von Mozart („Ave verum corpus“) und Bach (Schlusschoral des Weihnachtsoratoriums) standen am Ende der Gala in der voll besetzten Martinskirche.

Von Georg Pepl

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