Christoph Busse brillierte mit einem Quartett im Schlachthof

Jazz-Designer mit Herz

Dezentes Funkeln: Christoph Busse im Schlachthof. Foto: Fischer

Kassel. Wie er am Klavier sitzt, den Rücken gekrümmt, den Kopf geneigt, in sein Spiel versunken, erinnert Christoph Busse an „Schröder“, Charlie Browns Comic-Kumpel von den Peanuts. „Üben, üben“ ist dessen Devise. Auch für Christoph Busse dürfte das gegolten haben - so gekonnt, wie er am Donnerstag im Kulturzentrum Schlachthof das Klavier bearbeitete.

Busse tourt, verstärkt durch Percussionist Nene Vasquez, mit Sebastian Hoffmann (Bass) und am Donnerstag Stefan Emig (Schlagzeug) durchs Land. Seine dritte CD „Awakening“ sowie Stücke vom „A message in a bottle“-Album, in denen er Sting- und Donald-Fagan-Kreationen (Steely Dan) elegant dem Jazz einverleibt, durften die 30 Besucher genießen. Busses Arrangements verbinden intelligente Spielarchitektur mit Empathie. Er ist ein Tüftler, ein Designer mit Herz und Vorlieben für Balladen-Atmosphäre, wie auch für recht knackig groovenden Jazz.

Kredenzt er Stücke wie „Roxanne“ oder „Moon over Bourbon Street“, ist Tarnkappen-Jazz angesagt. Soll heißen: Wer seine Ohren nicht ausschließlich auf Busse fokussiert, dürfte die Originale schwer raushören. Er zeichnet zwar beständig die fein nuancierten Melodiebögen, lässt sie aber in seinen dezent funkelnden Interpretationen in neuer Dramaturgie erstrahlen.

Bei den mal verträumt, mal erdig groovenden Stücken vom „Awakening“-Album kommen die Bassläufe von Sebastian Hoffmann mit rhythmischer Klasse, und das bestens harmonierende Duo Vasquez/Emig zeigt, wie Percussion und Schlagzeug einander prächtig ergänzen können.

Auch ein persönliches Stück ist auf dem Album: „Lullaby for Pauline“ ist seiner Tochter gewidmet. So ist die Ausstrahlung: Gute-Laune-Jazz mit einem Lächeln. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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