Jazz gegen den Zeitgeist

Christof Lauer (58) stammt aus Melsungen und tritt als Saxofonist beim Jazzfest in Kassel auf.

Christof Lauer ist einer der besten europäischen Saxofonisten. „Eine Jazzszene, in der die Mainstream-Norm und die organisierte Verschulung dominieren, hat Eigenbrötler und Querköpfe wie Christof Lauer bitter nötig“, hieß es in der „Jazzzeitung“. Morgen gastiert der Wahlfrankfurter mit Michel Godard (Tuba) und Patrice Héral (Schlagzeug) beim Jazzfest Kassel.

Herr Lauer, über Ihr Trio meinte ein Kritiker, selbst jugendliche Basecap-Träger können davon begeistert sein. Präsentieren Sie dem Publikum eine Prise HipHop?

Christof Lauer: Es ist immer situationsbedingt, wie sich ein Konzert entwickelt. Jeder Musiker lässt sich vom anderen überraschen, es sind alle Einflüsse zugegen. Mit der Elektronik von Patrice Héral kann es auch in eine verrückte Richtung gehen. Da kam es schon vor, dass jazzferne Leute sehr darauf standen.

Heute gibt es viel glatten Jazz. Leidet er an einer rückwärts gewandten Tendenz?

Lauer: Ja. Das Spontane, das für mich den Jazz ausmacht, geht immer mehr unter.

Sie sprachen einmal von Ihrer Liebe zur klassischen Klaviermusik, allen voran zu Bach. Was fasziniert Sie an ihm?

Lauer: Bach ist der Ursprung der Musik, auch weil er ein begnadeter Improvisator war. Ich spüre bei Bach eine unglaubliche Kraft. Georg Pepl

Jazzfest Kassel, Freitag, Schauspielhaus: 19 Uhr: Bigband Landeck, 20 Uhr: Bob Degen’s Composure und Christof Lauer Trio. Karten: 0561-1094-222.

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