Jazz, der in den Hintern tritt: Die Kasseler Band Joern and the Michaels

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„Kick Jazz“ nennen sie ihren Stil: Bassist Michael Haupt (von links), Schlagzeuger Jörn Peeck und Pianist Michael Linke bekamen voriges Jahr den Kasseler Kunstpreis.

Kassel. Joern and the Michaels hätten sich viele Dinge kaufen können für die 7500 Euro, die sie im November vorigen Jahres mit dem Kasseler Kunstpreis erhielten. Stattdessen mietete das Kasseler Jazz-Trio acht Tage lang eine abgeschiedene Almhütte bei Innsbruck.

„Wir haben uns von dem Geld Zeit gekauft“, sagt Schlagzeuger Jörn Peeck. Oft sind die einfachsten Dinge die schönsten.

In der Tiroler Hütte schrieb die Band neue Songs, einer heißt passenderweise „Acht Tage“ und befindet sich auf dem nun erscheinenden Debütalbum „Kick Jazz“. Ebenso nennen Peeck (24), Pianist Michael Linke (25) und Bassist Michael Haupt (25) ihren Stil. Ihr melodischer Jazz klingt ein bisschen wie der von skandinavischen Formationen wie dem Esbjörn Svensson Trio. Aber er tritt den Hörer auch schon mal in den Hintern. In ihre Lieder lassen Joern and the Michaels auch kraftvollen Indierock, Blues und Pop einfließen.

Damit punkten die drei jungen Männer, die sich während des Musikstudiums an der Kasseler Uni kennengelernt haben, nicht nur im Jazzclub. Im Sommer traten sie etwa beim Homberger Festival Musikschutzgebiet auf, wo sie auch von Rockfans gefeiert wurden. Zuletzt spielten sie sogar in Holland. „Wir wollen uns jetzt einen Namen über Kassel hinaus machen“, sagt Peeck, der nächstes Jahr seinen Uni-Abschluss anstrebt. Bassist Haupt studiert mittlerweile Jazz in Bremen, Pianist Linke arbeitet als freier Musiker in Kassel und gibt nebenbei Unterricht.

Die Band könnte jetzt noch wichtiger werden im Leben der Musiker. Einen Song haben sie „Supernice“ genannt, weil „es derzeit wie am Schnürchen läuft“, wie Peeck sagt. Es läuft so gut, dass der Eintritt für ihr Release-Konzert am Samstag frei ist. Mit ihrem Heimspiel im Uni-Konzertsaal wollen sich Joern and the Michaels bei ihren Fans bedanken.

Für Verpflegung sorgt der Designer Jonas Buntenbruch, der seine Abschlussarbeit an der Kunst-Uni über die gute alte Stulle geschrieben hat. Mit seinem Catering-Projekt Stulle & Gut schmiert er nun Brote. Auch hier sind die einfachsten Dinge die schönsten.

Release-Konzert am Samstag, 20 Uhr, im Uni-Konzertsaal, Mönchebergstraße 1. Eintritt frei.

Das Album „Kick Jazz“ gibt es über die Website www.joernandthemichaels.de

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