Das Philipp-van-Endert-Trio mit Gastsaxofonist Rick Margitza überzeugte im tif

Jazz in Pastelltönen

Solisten vom Feinsten: (von links) André Nendza, Philipp van Endert, Kurt Billker und Gastsaxofonist Rick Margitza. Foto: Fischer

Kassel. Der Gitarrist Philipp van Endert sah erfreulicherweise den Saal voll besetzt, als er am Mittwochabend in der Reihe „Jazz im tif“ mit seinem Quartett die brandneue CD „Rosebud“ vorstellte. Er gilt als einer der großen Klangästheten auf der Jazzgitarre.

Mit wohldosierter Elektronik, besonders einem Volumenpedal, welches einen geigenartigen Toneinsatz erlaubt, gestaltet van Endert fein gewobene Musikbilder. Die Kompositionen setzen dabei die Traditionslinie eines „ECM Jazz“, wie er sich seit den siebziger Jahren entwickelt hat, fort: episch-melodiöse, elegant durcharrangierte Themen bilden den Einstieg in eine wiederkehrende Abfolge von Soli.

Die Protagonisten dieser Soloausflüge sind allerdings an diesem Abend vom Feinsten: Gastsaxofonist Rick Margitza durchmisst das ganze Spektrum des Instruments vom vollmundigen Balladenton bis zu schnellen Post-Bop-Linien. Philipp van Endert agiert auf der Halbresonanz-Gitarre mit seinen sorgfältig ausgewogenen Sounds verhalten balladesk, so im Titelstück der CD „Rosebud“, kann aber auch vehement aufdrehen, wie in seinem Fusion-Titel „Savina“. André Nendza fasziniert an seinem Kontrabass mit perkussiven Elementen und ungewöhnlich flinken Linien.

Er steuert mit dem programmatischen Titel „Overheated“ auch eine ganz andere Kompositionsfarbe bei: In zupackendem Ton werden dabei Rhythmen und Farben im Sekundentakt collagiert.

In der hymnischen Zugabe „Times like these“ kommt Kurt Billker endlich solistisch zum Zuge und zeigt vom lockeren Handtrommeln über vertrackte Latin-Elemente bis zur rhythmischen Verdichtung, was er drauf hat, ein den Abend rundender Abschluss eines mit viel Beifall bedachten Konzerts.

Von Hartmut Schmidt

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