Die Andy Winter Group elektrisierte im Theaterstübchen

Jazzabend voller Glut

Meister seiner Klasse: Schlagzeuger Andy Winter gastierte mit seiner Band im Theaterstübchen. Foto:  Socher

Kassel. Ein großartiges Live-Erlebnis gab es am Dienstag im Theaterstübchen zu erleben, als die Andy Winter Group gastierte. Nur 22 Besucher füllten den Club, die aber wurden mit einem Spitzenkonzert belohnt. Die neue CD stand auf dem Programm: „Day & Night“.

Das Hörerlebnis? Eine Art schwebender Jazz mit glutvoller Energie. Zahlreiche Themen-, Takt- und Genrewechsel sind eingearbeitet. Fantasievoll verbinden sich Jazz, Funk, eine Prise Rock und experimentelle Einflüsse zu dynamischen Schussfahrten mit Balladen-Stops. Als Anspieltipps mögen hier die Stücke „Mirage“, „Cleveland Ohio“ und „Fly“ genannt sein. Gefühlvolle Gesangslinien wechseln mit energetischem Abgeh-Jazz.

Schon die Besetzung lässt Jazz-Liebhaber mit der Zunge schnalzen: Der Wiener Andy Winter zählt zu den renommiertesten Schlagzeugern in Europa, Jesse Milliner (Jamaika) zu der Art Keyboarder, die einer Musik das gewisse Etwas geben können. Bassist Rainer Wind ist ein Ruhepol, der wie auf Knopfdruck explodieren kann und über das Griffbrett wie ein Sologitarrist zu sprinten vermag.

Und Gitarrist und Sänger Ron Spielman ist nicht nur eine Ausnahmeerscheinung auf seinem Instrument. Er ist ein intellektueller Träumer mit elektrisierendem Timing und exzellenten Soli. Auch sein Gesang, der nicht selten an Sting erinnert, hat Farbe, Gefühl und Kraft.

Komplett wurde der Konzertgenuss durch Thomas Kugi auf dem Saxofon. Der Österreicher sprang für den verhinderten Lutz Häfner ein. Die meisten Melodien von der neuen CD kreierte Andy Winter. So stand es im Programmheft. Doch wie komponiert eigentlich ein Drummer? Lachend gab der in Berlin lebende Musiker Auskunft: „Ich singe die Melodien. Ron Spielman veredelt sie dann oder schreibt sie sich etwas um.“ Lautstarker Applaus für ein Konzert, das dem Winter die Jazz-Nase zeigte.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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