Jazzfrühling: Bassist Paul Jackson und Saxofonist Pee Wee Ellis total cool im Theaterstübchen

Coole Altmeister: Bassist Paul Jackson (66) und Saxofonist Pee Wee Ellis (72) im Theaterstübchen. Foto: Malmus

Kassel. Daniel, der flinke Thekenmann aus dem Theaterstübchen, wird diesen Abend wohl nicht so schnell vergessen. Bei dem Konzert von Basslegende Paul Jackson und dem Saxofonisten Pee Wee Ellis im voll besetzten Kellerclub in der Jordanstraße war es ihm vorbehalten, die Bühnen-Barhocker für die schwergewichtigen Fusion- und Funk-Koryphäen aus den USA mit einer Stichsäge so zu kürzen, dass diese in einer angenehmen Sitzposition agieren konnten.

Es wurden keine Mühen gescheut, den Musikern eine behagliche Atmosphäre zu kredenzen, damit diese gut gelaunt und voller Energie dem Publikum das erwartete Feuerwerk an Basslines und funky Licks liefern konnten.

Begleitet wurden sie vom exzellenten Keyboarder und Pianisten Xantone Blacq und dem souverän aufspielenden Schlagzeuger Tony Match. Mancher Zuhörer hätte allein nur für ein Handyfoto von Jackson und Ellis den Eintrittspreis bezahlt, denn die Aura der beiden Altmeister schafft es locker auf jede Festplatte.

Jackson betrat die Bühne im Glitzerhemd und mit Gehstock und nutzte die ersten beiden Songs als Aufwärmprogramm. Denn bei Wayne Shorters „Footprints“ musste schon richtig gearbeitet werden. Ellis, dem eigentlich nur eine Tüte Chips zu seinem Couch-Outfit fehlte, beteiligte sich in seiner typisch tiefenentspannten Art mit einem ersten Solo am Geschehen.

Nach der intensiven Ballade „Pain“ folgten saftige Funkkracher mit knackigen Rhodes-Soli und sexy Vocalsoul von Xantone Blacq. Die folgenden Jazzstandards hätte man sich schenken können, doch nach der Pause wurde es noch mal interessant. Ohne Slaptechnik, dafür aber mit lagenintensivem Patternspiel kam langsam Bewegung in das Gewölbe.

Dann endlich ein Headhunter-Song. Bei Herbie Hancocks phänomenaler Fusion-Band aus den 1970ern war Jackson mit an Bord und „Chameleon“ einer ihrer größten Erfolge.

Mit dem Beatles-Klassiker „Baby You Can Drive My Car“ läutete man das Ende ein, und nach kräftigem Applaus sowie einer Zugabe war Schluss.

Von Andreas Köthe

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