Den Kasseler Kunstpreis 2009 haben die Jazz-Formation Blue Break und Nicole Jana erhalten

Jazzklänge und Farbräume

Blumen für die Preisträger: Das Trio Blue Break, von links Karl Degenhardt, Judith Krischke und Maximilian Mäckel, rahmt Nicole Jana (Zweite von rechts) ein. Vorn eine von Janas Arbeiten. Foto: Herzog

Kassel. Bravo-Rufe schallten am Mittwochabend bei der Verleihung des Kasseler Kunstpreises durch den Kunstverein im Fridericianum, als das junge Jazztrio Blue Break - gekürt in der Sparte Musik - bei seinem Auftritt eine Kostprobe seines großen Könnens gab. Pianist Maximilian Mäckel, Bassistin Judith Krischke und Schlagzeuger Karl Degenhardt erhielten die Auszeichnung ebenso wie Nicole Jana im Bereich Bildende Kunst.

In beiden Kategorien ist der Preis, den der Magistrat auf Vorschlag des Stiftungsrates der Dr. Wolfgang-Zippel-Stiftung seit 1992 vergibt, mit 7500 Euro dotiert.

Hartmut Schmidt beschrieb als Laudator die „jugendliche Frische, Souveränität und erstaunliche Reife der hochtalentierten Musiker“ von Blue Break. Das Trio mit dem Durchschnittsalter 19 Jahre sei mit originellen Arrangements und Max Mäckels Eigenkompositionen innerhalb eines Jahres zu einer festen Größe im Kasseler Jazzgeschehen aufgestiegen.

Als „Malerin ohne Pinsel“, die die Leinwand zur Skulptur macht, stellte Barbara Heinrich Nicole Jana vor, die die Kasseler Kunsthochschule besucht hat (zuletzt als Meisterschülerin von Alf Schuler) und inzwischen in Berlin lebt. Die 30-Jährige überzeuge durch intelligente, analytische wie poetische, variantenreiche Farbkörper, -räume und -landschaften, die den Begriff des Malens erweiterten. Doris Krininger würdigte die Ankäufe für die Artothek in der Stadtbibliothek: Arbeiten von Anett Frontzeck, Michael Göbel, Nils Klinger, Katrin Leitner, Ingmar Mruk, Walter Peter und Lisa Röper.

Qua Amt hat der Kulturdezernent den Vorsitz des Stiftungsrates inne. Der scheidende Bürgermeister Thomas-Erik Junge zeigte sich gerührt von der Anerkennung, die Dr. Volker Schäfer für die Zippel-Stiftung und der Vorsitzende des Kunstvereins, Bernhard Balkenhol („ein ganz dickes Kasseler Danke“) äußerten. Er gedachte auch des verstorbenen Fotografen Dieter Schwerdtle.

Junge verabschiedete sich, indem er die Kulturstadt Kassel würdigte („viele wissen das zu wenig zu schätzen“) und die prägende Rolle der Kultur überhaupt betonte: „Eine Gesellschaft ohne Kultur ist eine blöde Gesellschaft. Der Staat darf sich um keinen Euro aus der Förderung zurückziehen.“

Preisträgerausstellung im Kunstverein bis Samstag, 11-18 Uhr. Infos zur Artothek: www.stadtbibliothek-kassel.de

Von Mark-Christian von Busse

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