Begeisterte Pfiffe von der Empore:

Blue Heaven Jazzmen swingten in der Erlöserkirche

Klassiker aus der Ära des Swing im Gotteshaus: Die Blue Heaven Jazzmen in der Erlöserkirche. Foto: Schachtschneider

Kassel. Das gibt es nicht alle Tage in der Harleshäuser Erlöserkirche: Freudige Pfiffe von der Empore, und vor Beginn meinte jemand anfeuernd: „Lass swingen“! Eine hübsche Devise, war doch die heimische Formation Blue Heaven Jazzmen  am Werk, die den 120 Konzertbesuchern Traditionelles im besten Sinn servierte.

Mit Klassikern aus der Swing-Ära sorgte die neunköpfige Band für Stimmung. Da fehlte weder „Caravan“ aus dem Repertoire von Duke Ellington noch der (weiße) King of Swing: Bei Benny Goodmans virtuosem „Air Mail Special“ schickte Solist Heinz Roth Luftpost mit der Klarinette ab.

Gekonnte Bläsersoli kamen auch von dem Saxofonisten Helmut Schäfer, den Trompetern Valerij Geneberg und Berni Rodemann sowie dem Posaunisten Albrecht Schmücker, der dazu noch in seiner Moderation auf charmante Weise Wissenswertes erzählte. Ein netter Zufall mit den Vornamen: In der Rhythmusgruppe swingten drei Werners, und zwar die Herren Sostmann (Schlagzeug), Kiefer (Kontrabass) und Berndt (Klavier).

Neben dem Swing gab es Ausflüge in spätere Jahrzehnte, etwa zu John Coltrane, Miles Davis und zum coolen Bossa nova. Aber der Jazz muss nicht immer vom amerikanischen Kontinent stammen. Das bewies das walzerselige Schmankerl „Bluesette“ des Belgiers Toots Thielemans, bei dem die Saxofonistin Elisabeth Pöll mit ihrem einzigen Solo des Abends überzeugte. Eine gute Gelegenheit für Albrecht Schmücker, ein mögliches Missverständnis über den Bandnamen auszuräumen: Men bedeutet Menschen.

Von Georg Pepl

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