Jazzt wird es poppig im Theaterstübchen

Neue Werbetafel: Markus Knierim vor seinem Theaterstübchen. Foto: Lohr

Kassel. Als Jazzclub hat sich das Theaterstübchen schon seit einigen Jahren bundesweit einen Namen gemacht. Nun lockt Markus Knierim jedoch auch Pop-Stars in seinen Kasseler Club.

DIE NEUEN GESICHTER

Mit der deutsch-ghanaischen Soul-Sängerin Y’akoto (30. Oktober), der Berliner Band Mia (18. November) und auch dem Kölner Quartett Erdmöbel (5. Dezember) gastieren diesen Herbst gleich drei Acts im Theaterstübchen, die man bislang dort nicht erwartet hätte. „Die Schere wird noch breiter werden bei mir“, sagt Knierim. Er will nicht mehr nur Jazz-Fans, sondern auch ein jüngeres Publikum ansprechen, das sonst allenfalls samstags zu den beliebten Discos oder sonntags zum gemeinsamen „Tatort“-Gucken ins Theaterstübchen kommt.

Verantwortlich für die neue Bandbreite ist auch Till Brönner, den Knierim vorige Saison nach Kassel geholt hat: „Das Konzert hat mir einige Türen geöffnet.“ Agenturen bieten Knierim nun vermehrt Künstler an, weil es sich in der Szene herumspricht, was für ein cooler Club da in der Mitte Deutschlands liegt.

DIE TECHNIK

Als die portugiesische Fado-Sängerin Cristina Branco 2014 vor ihrem Auftritt in der Karlskirche mit ihren Musikern im Theaterstübchen noch ein wenig jammte, sagte sie: „Markus, lass mich doch bitte hier auftreten.“ Nun gastiert sie am 15. Oktober tatsächlich im kleinen Club statt in der großen Kirche - für die Hälfte der Gage.

„Mittlerweile lohnen sich meine Investitionen“, sagt Knierim, der in vier Jahren eine Viertelmillion Euro in die Technik gesteckt hat. Der Sound ist vom Feinsten. Das Licht auch. Diesen Sommer hat der 53-Jährige gebraucht noch zwei bewegliche Scheinwerfer gekauft, die bislang den „Tannhäuser“ bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth beleuchteten.

DER KULTURPREIS

„Diese Saison wird richtig krass für mich“, sagt Knierim, der in der Vergangenheit zweimal pleite war, nun aber oft ein volles Haus hat. Für seine jahrelange Arbeit erhält der von ihm gegründete Kasseler Förderverein für Kulturarbeit Kafka am 29. November den Kulturförderpreis der Stadt. „Es freut mich, dass die Stadt meine Arbeit anerkennt“, sagt Knierim, der sich selbst einen „Verrückten“ nennt. Aber ohne diesen Verrückten wäre die Stadt ein ganzes Stück ärmer.

Ausgewählte Höhepunkte

7. September: Eröffnungskonzert mit Kasseler Trio Mojo Vibes

21. September: David Knopfler & Harry Bogdanovs

22. September: Cécile Verny Quartet

5. Oktober: Grandmothers of Invention

13. Oktober: Nils Wülker

15. Oktober: Cristina Branco

22. bis 29. Oktober: Blues-Woche

30. Oktober: Y’akoto

9. November: Aaron Goldberg Trio

10. November: Jarrod Lawson

17. November: Johannes Mössinger NY Quartet

18. November: Mia

24. November: Ernie Watts European Quartet

25./26. November: Tim Fischer

5. Dezember: Erdmöbel

5. Dezember: Sebastian Studnitzky mit KY (Karlskirche)

10. Dezember: Molly Hatchet

Beginn: jeweils 20 Uhr, www.theaterstuebchen.de

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