Blue Break traten im Schlachthof auf

Jazztrio auf der Reise

Sensibel und experimentierfreudig: Maximilian Mäckel (v. l.), Johannes North und Karl-F. Degenhardt sind Blue Break. Foto: Schachtschneider

Kassel. Spannend ist es, den Weg junger Musiker zu beobachten. Gibt es Veränderungen? Wer das 2009 mit dem Kasseler Kunstpreis ausgezeichnete Trio Blue Break schon mehrmals gehört hat, mochte sich am Donnerstag diese Frage im Kulturzentrum Schlachthof stellen. Und bekam mehrere Antworten.

Am auffälligsten war eine personelle Veränderung, und zwar der neue Kontrabassist Johannes North (22). Der aus Greifswald stammende Musiker, der in Hannover studiert, stellte sich mit einem schönen singenden Basston vor. Ein versierter Partner für den Pianisten Maximilian Mäckel (21) und den Schlagzeuger Karl-F. Degenhardt (20).

Ins Ohr fiel die Entwicklung von Maximilian Mäckel. Das aus Homberg stammende Jazztalent hat beim Studium in Hannover neue Inspirationen erhalten. Eine davon war der Unterricht bei dem bekannten Klassikpianisten Markus Groh. So lotete Mäckel vor intimer Schlachthof-Runde sensibel die Möglichkeiten aus, die ein ehrwürdig romantisches Instrument wie das Klavier zu bieten hat.

Dieser Lyrismus ergab einen reizvollen Kontrast zu dem experimentierfreudigen Charakter von Karl-F. Degenhardt. Mit Effektgeräten wie dem Kaoss Pad erweiterte der aus Reichensachsen kommende und in Essen studierende Schlagzeuger sein Spiel.

Deshalb war in der Musik vieles zu finden: Versenken in Stimmungen wie avantgardistische Experimente. In ihren Übergängen, Brüchen und Wechseln hatte sie etwas von einer Reise. Etwas zu suchen, ist allemal sympathischer, als hundertmal gehörte Dinge zu reproduzieren. Herzlicher Beifall.

Von Georg Pepl

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