Inga Jamry und Harry Stingl sowie Carmine Biscosi und Nico Isgro spielten im Botanischen Garten

Jeder Song wurde bejubelt

Harmonie: die Sänger Inga Jamry und Carmine Biscosi wurden begleitet von den Gitarristen Nico Isgro (hinten) und Harry Stingl (links). Foto: Malmus

Kassel. Eigentlich beherbergt das kleine, blaue Zelt, das während des Grimm-Festivals im Botanischen Garten steht, Kinderveranstaltungen – und steht abends leer. Grund genug, sich eine weitere Nutzung auszudenken. So luden die Musiker Carmine Biscosi und Inga Jamry am Montag zu einem kleinen, aber sehr feinen Doppel-Konzert ein. Die Resonanz erstaunte die beiden: „Wir hatten mit 30 bis 40 Besuchern gerechnet.“ Gekommen waren gut 100. Auch vor dem Zelt wurden noch Stühle aufgestellt.

Den Auftakt machten Inga Jamry und der Gitarrist Harry Stingl. Eine besondere Atmosphäre lag vom ersten Stück an in der Luft: Gute Laune, Sympathie, Offenheit. Jeder Titel wurde bejubelt. Jamry hatte einen bunten Querschnitt im Angebot: Mal gefühlvoll wie mit „Moon River“ und „Time after Time“, mal schwungvoll mit „The Girl from Ipanema“. Dazwischen begeisterte die sympathisch- überdrehte Künstlerin mit einem gagreichen 12-Minuten-Ausschnitt aus dem Grimm-Musical „Aschenbrödel“.

Der Höhepunkt: Zur Melodie des Beatles-Klassikers „Hey Jude“ sang das Publikum „Ruckedigu – Blut ist im Schuh“ mit. An Jamrys Seite, in sich ruhend, beständig lächelnd und musikalisch souverän, war Harry Stingl, der das Programm geschrieben hatte.

Nach der Pause: das italienische Gespann Carmine Biscosi und Nico Isgro. Zwei akustische Gitarren, Bluesharp und Stimme. Schon was das Zusammenspiel der Gitarren betrifft, zeigte sich das prächtige Duo auf hohem spieltechnischen Niveau. Blues- und Folksongs aus der Feder von Neil Young oder David Crosby brachten die beiden großartig. Nico Isgros Gitarrenspiel: ein Genuss. Biscosis Gesang ebenfalls.

Doch das Duo hatte noch mehr drauf. Es gab auch italienisches Liedgut, einmal sogar „zu schweinisch, um den Text zu übersetzen“, witzelte Biscosi, bei dem der Schweiß in Strömen lief.

Mit stimmlichen Charisma und Leidenschaft überzeugte er auch beim Carlos-Santana-Hit „Maria, Maria“. Zum Finale kamen auch Jamry und Stingl wieder auf die Bühne. „What A Wonderful World“ wurde intoniert, festlich illuminiert durch Wunderkerzen, die zuvor im Publikum verteilt wurden. Lautstarker Jubel – zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.