Neu im Kino: „Hänsel & Gretel - Hexenjäger“ ist ein unterhaltsamer Horrorfilm

Jenseits vom Knusperhaus

Auf Rachefeldzug: Gretel (Gemma Arterton) und Hänsel (Jeremy Renner) gehen mit großen Waffen auf Hexenjagd. Foto:  Paramount

Wer will es Hänsel (Jeremy Renner) und Gretel (Gemma Arterton) ernsthaft verübeln, dass sie nach ihrem traumatischen Kindheitserlebnis einen lebenslangen Hass auf Hexen entwickelt haben? Als Erwachsene ziehen die beiden Unzertrennlichen durch die Lande und erledigen jede schwarze Zauberin, die ihnen vor die anachronistischen Flinten kommt.

Als sie im nächsten mittelalterlichen Städtchen Einzug halten, müssen die Geschwister erst einmal eine unschuldige junge Frau vor dem mordlustigen Pöbel retten. Im Ort sind Kinder verschwunden und der tumbe Sheriff Berringer (Peter Stormare) wollte endlich eine Schuldige präsentieren. Hänsel und Gretel machen ihm einen Strich durch die Rechnung und bringen damit einen unberechenbaren Gegner gegen sich auf. Dabei wären gebündelte Kräfte angesagt, denn die mächtige Hexe Muriel (Famke Janssen) lädt internationale Kolleginnen zum großen Kinderopfer in der Nacht des Blutmondes ein.

Dass Regisseur Tommy Wirkola seinen Zuschauern in „Hänsel & Gretel - Hexenjäger“ starken Tobak ins Pfeifchen stopft, wird gleich in der Eingangssequenz deutlich, die noch einmal Hänsels und Gretels bekannte Kindheitsgeschichte Revue passieren lässt. Die vom japanischen Horrorkino inspirierte Film-Hexe ist ein echtes Monster und lässt dem Zuschauer das Blut in den Adern gefrieren. Auch ihr Ende ist recht drastisch.

Zartbesaitete Gemüter seien gewarnt: Im weiteren Verlauf wird verbrannt, gemetzelt und zermatscht, dass es dem Splatter-Fan eine Freude ist. Der schöne und kluge holländische Hollywood-Export Famke Janssen gibt eine treffliche Hexe ab, auch das Geschwisterpaar ist gut besetzt.

Leider müssen sich Hänsel und Gretel zu oft in coole Posen werfen, die ein wenig albern herüberkommen. Zum Publikumsliebling dürfte der traurige Troll Edward avancieren, übrigens keine Computeranimation, sondern eine Puppe wie einst „E.T.“. Nur größer.

Gedreht wurde in den Studios zu Babelsberg, in deutschen Wäldern und auf dem Braunschweiger Schlossplatz. In den Vereinigten Staaten blieb das Werk deutlich hinter den Erfolgserwartungen zurück. Das bedeutet aber nicht, dass „Hänsel & Gretel - Hexenjäger“ nicht sehr unterhaltsam wäre. Die Zielgruppe wird nur deutlich kleiner, wenn man so viel Sauerei macht.

Genre: Horror

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von André Wesche

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.