Zur Abschreckung zeigt Michael Euler eine Ausstellung über die Rock-Ikone der 60er-Jahre

Jimi Hendrix als Drogenberater

Eine Mission: Der Kasseler Michael Euler will mithilfe der Rock-Ikone Jimi Hendrix ein Zeichen gegen Drogen setzen. Foto: Ludwig

Kassel. Rock-Ikone Jimi Hendrix und der Kasseler Musiker und Künstler Michael Euler hatten zwei Dinge gemeinsam: eine Leidenschaft für E-Gitarren und einen Hang zu Drogen. Beides teilen sie nicht mehr. Hendrix erstickte 1970 im Rausch, und der 59-jährige Euler ist seit 25 Jahren trocken, wie er sagt. Nun hat Euler im Bandhouse eine Ausstellung mit Objekten und Kunstwerken über Hendrix zusammengestellt, die er als Anti-Drogen-Kampagne versteht.

Wenn Euler über Hendrix und seine eigenen Drogenerfahrungen spricht, klingt er wie ein geläuterter Missionar. Kein Wunder, vor drei Jahren erst hat er sich taufen lassen. Er zeigt auf eine Collage, auf der Hendrix’ Konterfei auf einem Sandberg prangt, darunter der Spruch „ein Leben auf Sand gebaut“.

Galerie mit toten Stars

Den Entschluss für die Ausstellung fasste er, als er von zwei Jugendlichen aus Kassel hörte, die unter Drogeneinfluss auf einen Güterwaggon kletterten und durch einen Stromschlag getötet wurden. An den Wänden im Bandhouse - das vielen lokalen Bands als Probenort dient - hängen etliche selbst gestaltete Collagen. In deren Zentrum steht jeweils Hendrix’ ikonografisches Porträt. Zudem sind eine Ahnengalerie prominenter Drogentoter und Relikte der Hendrix-Zeit, wie ein Konzertplakat seines Auftrittes 1969 in Frankfurt, zu sehen.

Ab und zu findet der Geläuterte kraftvolle Worte für seine Mission: „Die jungen Leute sollen ihre Finger weg von der Scheiße lassen“, sagt einer, der es wissen muss. Auf die Frage, warum er erst so spät seine Berufung erkannt hat, zeigt sich Euler wieder bibelfest: „Moses musste auch erst 40 Jahre durch die Wüste gehen. Manchmal setzt Gott die Menschen erst im gesetzten Alter ein.“

Bandhouse - Verein für Musik und Kultur, Ölmühlenweg (hinter altem Hallenbad Ost). Bis 15. Juli montags bis samstags ab 20 Uhr.

Von Bastian Ludwig

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