Das Rockmusical „Jekyll & Heidi“ feierte am Donnerstag im Theater im Centrum erfolgreich Premiere

Jodelnde Heidi hält alle auf Trab

Turbulentes Rock-Musical: Es spielen (von links) Annabelle Mierzwa (Madelaine), Herwig Lucas (Lord Schraubstock), Kathrin Roppel (Heidi) und Michael Fajgel (Siggerson Jekyll). . Foto:  Herzog

KASSEL. Was für eine Umkleidekabine. Man geht hinein, es leuchtet und kracht und heraus kommt man als völlig neuer Mensch. „Jekyll & Heidi“, der neueste Bühnenspaß aus der Musical-Schmiede des Theaters im Centrum (tic), feierte am Donnerstag vor ausverkauftem Haus Premiere.

Geschrieben haben das Stück Michael Fajgel und Christoph Steinau, Regie führte Tobias Krechel. Die Story orientiert sich an der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson (1850-1894), setzt aber nicht auf Grusel, sondern auf Komik.

Und natürlich auf Hits aus der Rockgeschichte von Meat Loaf, Queen und Golden Earring bis Kate Bush. Gelungen auch einige Stummfilm-Elemente: Über dem Pianisten Roland Oumard flimmern Kommentare auf einer Leinwand.

Die Handlung spielt im düsteren London des 19. Jahrhunderts (Bühnenbild: Oliver Doerr). Mit Vorsicht zu genießen ist eine Maschine, die wie eine ausrangierte Telefonzelle anmutet: Wer sie betritt, wird mit Licht und Lärm zugedröhnt - und kommt ziemlich verwandelt wieder heraus. Siggerson Jekyll (Lob für Michael Fajgel als hilfloser, schusseliger Wissenschaftler) hat diesen Apparat erfunden, um die guten Seiten im Menschen zum Vorschein zu bringen.

Das klappt zunächst: Aus dem Eigenbrötler Jekyll wird der smarte, tanzfreudige Siggi, aus seinem Hausdrachen Heidemarie (Kathrin Roppel - einfach wunderbar und stimmlich bärenstark) die liebevolle, Dirndl tragende Heidi. Doch diese Heidi kann nicht nur jodeln, sie ist zu weit schlimmeren Dingen fähig.

Jekylls Gönner, Lord Schraubstock (Herwig Lucas, ein Volltreffer mit britischem Charme), wird ermordet. Tochter Madelaine (Annabelle Mierzwa brav und anmutig) ruft den vertrottelten Inspektor Archibald Dibbley (ebenfalls Herwig Lucas) zu Hilfe. Da auch der trinkfreudige MacMurphy und der scharfe Commissioner Zweyfuss (Christoph Steinau laut, überzeugend) mitmischen, nimmt das Chaos seinen Lauf.

Fazit: Eine kurzweiliges Bühnenspektakel, das mit witzigen Tanzchoreografien (Loreen Fajgel), stilechten Kostümen (Nona Ruda) und vielen rockigen Hits für lautstarken Applaus sorgte.

Wieder am 4., 5. und 9. bis 11.4., Theater im Centrum, Akazienweg 24, Tel. 0561 / 701 8722.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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