Im Interview

Johannes Oerding kommt nach Bad Hersfeld und Wolfhagen

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Johannes Oerding

Bad Hersfeld/Wolfhagen: Johannes Oerding ist auf seiner Tour gleich zweimal in der Region zu Gast. Im Interview verrät der Sänger, warum das Konzert in Wolfhagen für ihn wie ein Heimspiel ist.

Eingängige Melodien, raffinierte Texte und eine starke Stimme: Das zeichnet Johannes Oerding aus. Gleich zweimal ist der 34-jährige Musiker in der Region zu Gast. Am 31. Mai eröffnet er den Festspiel-Sommer in Bad Hersfeld, am 11. Juni ist er im Kulturzelt Wolfhagen zu Gast.

In den vergangenen zwei Jahren haben Sie mehr als 200 Konzerte gespielt. Warum tun Sie sich diesen Stress an?

Johannes Oerding: Für mich ist das eigentlich gar kein Stress, sondern das Entspannteste an dem Job. Ich bin unglaublich gern unterwegs auf Tour. Stress sind für mich all diese technischen Dinge, wenn ich im Studio bin und produzieren muss.

Gibt es bei so vielen Konzerten noch Gänsehaut-Momente?

Oerding: Ja, eigentlich gibt es kein Konzert, bei dem ich keine Gänsehaut bekomme. Ich genieße das einfach, wenn vor der Show das Adrenalin da ist und die Euphorie. Und das Publikum hat es ja auch in der Hand, aus jedem Abend etwas Besonderes zu machen.

In Bad Hersfeld spielen Sie in der alten Stiftsruine.

Oerding: Das wird sicher mega, denn in einer Kirchenruine habe ich noch nicht gespielt. Für die Tontechniker ist es wahrscheinlich furchtbar, aber ich freue mich auf den Hall und das Echo. Dann hört man die schiefen Töne nicht so (lacht).

Und worauf freuen Sie sich beim Konzert in Wolfhagen?

Oerding: Mein Mitbewohner stammt aus der Gegend und will mit seinen ganzen Freunden kommen. Das wird also fast ein Heimspiel für mich. Er hat mir schon erzählt, wie schön das im Kulturzelt ist.

Viele Ihrer Songs erzählen Dinge aus dem Leben. Es geht um Liebe, Verlust, durchzechte Nächte, Flugangst. Wie viel Johannes Oerding steckt darin?

Oerding: Sehr, sehr viel. Wenn ich Songs schreibe, höre ich zuerst in mich hinein, was ich loswerden will. Natürlich lasse ich mich auch von meinem Umfeld inspirieren. Aber mir ist wichtig, dass ich das Gefühl kenne, damit es ehrlich und authentisch ist. Ich könnte also nicht darüber schreiben, wie es ist, Vater von drei Kindern zu sein.

Privat sind Sie schon seit sieben Jahren mit Ina Müller liiert. Wie viel Einfluss hat sie auf Ihre Arbeit?

Oerding: Das liegt in der Natur der Sache, dass wir uns unterstützen und intensiv austauschen - natürlich in der Hoffnung, dass man nur gutes Feedback bekommt.

Und wenn das mal nicht der Fall ist?

Oerding: Dann bin ich beleidigt und verschwinde erstmal zwei Tage. Der Künstler in mir kommt echt nicht gut mit Kritik klar. Meistens denke ich dann aber nochmal darüber nach, probiere es aus und stelle fest: Ah, ist viel besser!

Sie haben mal gesagt, dass Sie außerhalb der Musik für Döner brennen. Widmen Sie der Dönerbude auch einen Song?

Oerding: Das habe ich noch nicht gemacht, aber gute Idee eigentlich. Das Lustige ist, in einer Fernseh-Show habe ich mal meinen Lieblings-Dönerladen in Hamburg erwähnt. Seitdem bekomme ich den Döner da umsonst.

Jedes Ihrer vier Alben war erfolgreicher als der Vorgänger. Wie groß ist der Druck für Album Nummer fünf?

Oerding: Natürlich will man mit dem neuen Album noch einen drauf setzen. Aber den Druck mache ich mir vor allem selbst. Man muss einfach Herzblut in ein Album stecken und sollte es erst herausbringen, wenn man das Gefühl hat, dass es fertig ist und dass man dahinter steht. Deshalb kann ich jetzt auch erst sagen, dass es irgendwann 2017 erscheinen wird.

Gibt es bei der Sommer-Tour schon was Neues zu hören?

Oerding: Was die neue Platte angeht, bin ich noch ganz am Anfang. Deshalb ist es schwierig, schon was auf der Bühne umzusetzen. Trotzdem werden wir mit den alten Songs eine neue Show machen, um das Publikum zu überraschen.

Johannes Oerding: Samstag, 11. Juni, 20 Uhr, Kulturzelt Wolfhagen, Tickets: HNA-Kartenservice, Tel. 0561/203-204. Das Konzert in Bad Hersfeld ist bereits ausverkauft.


Zur Person

Johannes Oerding wurde 1981 in Münster geboren. Mit vier Geschwistern wuchs er in Geldern am Niederrhein auf. Schon zu Schulzeiten spielte er in einer Band, studierte dann Internationales Marketing. Aufmerksamkeit erlangte er erstmals 2009, als er bei Simply Red und Ich+Ich im Vorprogramm agierte. 2009 erschien das erste Album „Erste Wahl“. Es folgten drei weitere Alben, zuletzt „Alles brennt“ (2015), aus dem der gleichnamige Song stammt. Oerding (34) lebt in Hamburg und ist seit Jahren mit der Sängerin und Moderatorin Ina Müller (50) liiert.

www.johannesoerding.de

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