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„Wunschkonzert“: Neues Late-Night-Format am Kasseler Staatstheater

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Von: Bettina Fraschke

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Schrille Kostüme: Clemens Dönicke (von links), Florian Lutz, Johann Jürgens, Danai Chatzipetrou und Sandro Sutalo sind die Wunschis.
Schrille Kostüme: Clemens Dönicke (von links), Florian Lutz, Johann Jürgens, Danai Chatzipetrou und Sandro Sutalo sind die Wunschis. © Laura Kohlmaier

Im brechend vollen Schauspielfoyer wurde eine ungewöhnliche Band gefeiert: Schauspieler des Staatstheaters spielen Wunsch-Hits des Publikums mit viel Spaß und Mut zum Trash. Das neue Format soll künftig regelmäßig zu später Stunde stattfinden.

Kassel – Mit einem herzhaften „Zigazig ah!“ ließen sich die „Wunschis“ feiern. Die Band zum neuen Late-Night-Format am Staatstheater, „Wunschkonzert“, wurde zum Auftakt der Reihe am Donnerstag im Schauspielfoyer bejubelt.

Emilia Reichenbach, Danai Chatzipetrou, Sandro Sutalo, Clemens Dönicke, Johann Jürgens und – „unser Chef, unser Gott“ – Intendant Florian Lutz am Schlagzeug schmissen eine witzig-charmante Performance und rissen das Publikum zum Mitklatschen, Tanzen und Handy-Lichter-Schwenken hin. Zwischendurch wurde gar eine Runde Schnaps ausgegeben.

In crazy-knallbunten Kostümierungen, mal mit viel Glitzer, mal in maskulinen Rockerposen, gaben die Mitglieder des Schauspielensembles an Gitarre, Bass, Keyboard, Gesang, aber auch Kazoo, Cello und Blockflöte (!) alles. Zu Funny van Dannens ironischem „Nana Mouskouri“ zelebrierte Johann Jürgens im Poncho an der Panflöte Anden-Schwulst wie einer dieser Fußgängerzonen-Musiker aus den 90ern.

Ihren erklärten Lieblingssong „Wannabe“ von den Spice Girls – das ist der mit dem „Zigazig“ – musste die Band zweimal bringen, obwohl sie gestand, dass der irre schwer sei, ebenso kam „YMCA“ von den Village People doppelt: Zugabenalarm.

Das Konzept geht so: Fans können vorab Liedwünsche einschicken und ihre Geschichte dazu erzählen. Die Wunschis suchen daraus das Konzertprogramm aus und lesen die Storys vor. Etwa die von Jacqueline, die einst bei einem Urlaub mit Busreiseveranstalter Rainbow Tours ihren Andreas in Portugal kennengelernt hat. Gefunkt hat es bei „Losing My Religion“ . Und Emilia Reichenbach schmachtet auf der Blockflöte dazu.

Johnny Cashs „Jackson“ steht neben Julis Deutsch-Pop-Hit „Perfekte Welle“, „Ich bin was ich bin“ aus dem „Käfig voller Narren“ neben der Kelly Family und „An Angel“. Perfektion in der Darbietung und reibungslose Abläufe stehen weit hinten in der Prioritätenliste, Charme, Witz, Mut zum Trash und zum großen Gefühl aber ganz vorn. Autogrammkarten gibts auch.

Nächster Termin am Samstag, 5. November.

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