Die Internationalen Händel-Festspiele werden 90 Jahre alt

Jubiläum in Göttingen

Zum letzten Mal künstlerischer Leiter: Nicholas McGegan Foto: nh

Göttingen. Die Internationalen Göttinger Händel-Festspiele feiern Jubiläum: 1920, vor 90 Jahren, wurde in der Universitätsstadt mit der Wiederentdeckung der Opern des Wahl-Engländers die Händel-Renaissance maßgeblich eingeleitet. Inzwischen ist Händel (1685-1759) in vielen Opernhäusern und auf zahlreichen Festivals präsent. Das Händel-Jahr 2009 hat dem Werk des in Halle geborenen Komponisten einen zusätzlichen Schub verliehen.

Die Göttinger Händel-Festspiele sind also keineswegs allein auf dem Markt und müssen sich mit ihrem Programm behaupten. Für die Fortsetzung der Erfolge der letzten Jahre stehen vom 4. bis 25. Mai noch einmal der künstlerische Leiter Nicholas McGegan und Festspiel-Intendant Benedikt Poensgen. Für beide sind es die letzten Festspiele - Nachfolger noch ungewiss -, und so steht das Festival 2010 im Zeichen des Abschieds.

Wie immer bildet eine Opernpoduktion das Zentrum der Festspiele. Die 1724 im Londoner King’s Theatre uraufgeführte Oper „Tamerlano“ mit dem Altus Christopher Ainslie in der Titelpartie wird musikalisch von Nicholas McGegan geleitet, die Inszenierung übernimmt Johanna Garpe (Premiere am 14. Mai).

Als Festspielthema wurde in diesem Jahr die Verbindung „Händel & Hannover?“ gesetzt. Vor 300 Jahren, 1710, hielt sich Händel in Hannover-Herrenhausen auf, und die Nachwirkungen sind bis heute dokumentiert. Die in Hannover komponierte dramatische Kantate „Apollo e Dafne“ wird vom Göttinger Symphonie-Orchester (Leitung: Christoph-Mathias Mueller) mit Elisabeth Scholl (Sopran) und Ingeborg Danz (Mezzosopran) aufgeführt (22. Mai).

Ein Höhepunkt der Festspiele wird die Erstaufführung des „Messias“ in der lange verschollen geglaubten Bearbeitung des Komponisten Johann Adam Hiller (1728-1804) sein (24. Mai). Es singen Sibylla Rubens, Monica Groop, Virgil Hartinger und Raimund Nolte. Nicholas McGegan dirigiert den NDR-Chor und Festspielorchester.

Die Sopranistin Nuria Rial ist der Gesangsstar bei der Aufführung des Oratorium „Judas Maccabaeus“ (23. Mai) mit dem Schleswig-Holstein Festival-Chor und dem Elbipolis Barockorchester unter der Leitung von Rolf Beck. Der spanische Gesangs-Shootingstar ist ein zweites Mal beim Lied-Konzert mit der Austrian Baroque Company und ihrem Leiter, dem Blockflötisten Michael Oman zu erleben (21. Mai).

Im Galakonzert präsentieren Dominique Labelle (Sopran) und Brian Berryman (Flöte) Cleopatra-Szenen von Georg Friedrich Händel, Johann Adolph Hasse und Johann Mattheson. Es begleitet das Festspielorchester unter der Leitung von Nicholas McGegan.

Der Northeimer Kammerchor St. Sixti und die Hannoversche Hofkapelle unter der Leitung von Antje Wissemann bringt im Chorkonzert Musik der drei deutschen Barockgrößen Bach, Händel und Telemann zu Gehör (16. Mai).

Zum großen Beiprogramm gehören vorab ein „Sing-Along-Gottesdienst“ (2. Mai) sowie „Händel meets Jazz“ (22. Mai) und zahlreiche Vorträge.

www.haendel-festspiele.de, telefonische Kartenbestellung: 01805-44 70 777.

Von Werner Fritsch

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