Der Verein „kleine bühne 70“ feiert sein 40-jähriges Bestehen

Jubiläum mit Loriot

Die Vorsitzenden: (von links) Rolf-Dieter Kissing (1970 bis 1975), Klaus-Jürgen Rosinsky (1975 bis 2001) und Andreas Schönebeck.

Kassel. Der Verein, der im September 1970 von 23 Theaterenthusiasten gegründet wurde, hieß ursprünglich recht umständlich: „Wehlheider Komödientheater, Kasseler Volksbühnenspiele 1970“. Knapp dagegen der Titel des ersten Stückes, das aufs Konto der neuen Theaterformation ging: „Brave Diebe“, eine Kriminalkomödie von Jack Popplewell, inszeniert vom damaligen Ersten Vorsitzenden Rolf-Dieter Kissing, erstaufgeführt am 7. November 1970 in der Aula der Heinrich-Schütz-Schule.

„Dieses vorwiegend aus jungen Schauspielern bestehende Ensemble lässt für die Zukunft hoffen“, stand in der Rezension der HNA (damals noch HA). Zunächst erarbeitete die Gruppe - die sich kurz nach der Gründung den griffigeren Namen „kleine bühne 70“ zulegte - ein Stück pro Jahr, meist Komödien, seit 1977 steht jährlich auch ein Kinderstück auf dem Spielplan. 1975 löste Klaus-Jürgen Rosinsky Kissing als Vorsitzenden ab und leitete, auch inszenierend und spielend, die Geschicke des Vereins bis 2001; sein Nachfolger ist Andreas Schönebeck.

Bis 1987 agierte die „kleine bühne 70“ in der Aula der Heinrich-Schütz-Schule. Seitdem hat der Verein zusammen mit dem Wehlheider Hoftheater das 99 Zuschauern Raum bietende Chassalla-Theater in der Jordanstraße gemietet. Man bespielt die Bühne abwechselnd mit etwa 80 bis 100 Aufführungen pro Jahr.

Vier Jahrzehnte nach der erwähnten Premierenkritik darf festgestellt werden: Dieses Ensemble hat die angesprochenen Hoffnungen nicht enttäuscht, eher überboten: Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf etwa 80 gestiegen, der Vorhang hat sich zu 65 Inszenierungen geöffnet, 25 Aktive tragen vor und hinter der Bühne dafür Sorge, den rund 3000 großen und kleinen Besuchern pro Jahr erfüllende Theatererlebnisse zu schenken.

Loriot gehört zu den „Dauerbrennern“ des Repertoires. Zum Jubiläum hat Ralph Langlotz ein Bukett von 20 alten wie neuen, bekannten wie nahezu unbekannten Szenen zusammengestellt, das er mit 17 Darstellern in über 100 Rollen auf die soeben aufwändig renovierte Bühne hieven wird. Premiere ist am morgigen Samstag.

Und was kommt danach? „Im Dezember erobern wir Neuland: Es gibt ein selbst geschriebenes Stück“, erzählt der Regisseur. Es handelt sich um eine Bearbeitung des aparten Grimm-Märchens „Das Waldhaus“, die er mit seiner Frau, Angelika Langlotz, selbst vorgenommen hat, vorwiegend in Nachtarbeit. „Ein personenintensives Stück, für das wir noch theaterbegeisterte Menschen suchen, vor und hinter der Bühne“, sagt er.

Die Premiere von „Loriot - Kosakenzipfel und andere dramatische Werke“, am Samstag, 17.30 Uhr, im Chassalla-Theater (Theaterstübchen, Jordanstraße 11), ist bereits ausverkauft. Karten für die weiteren Vorstellungen unter 0561/7394031.

Von Verena Joos

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