Die Kasseler Musiktage setzen in diesem Jahr auf junge erfolgreiche Solistinnen und großformatige Konzerte

Die Jugend begegnet der Tradition

Im Zentrum der Musiktage: Die Pianistinnen Martina Filják (links) und Daniela Hlinková sowie die Geigerin Hyeyoon Park. Fotos: Musiktage/nh

Kassel. Die Kasseler Musiktage waren schon immer einfallsreicher als andere Festivals, die einfach mit prominenten Künstlernamen punkten wollen. Andererseits sind die Kasseler Musiktage kein Nischenfestival für Spezialisten, sondern stellen sich für ein breites Publikum auf.

Das dokumentiert sich in diesem Jahr besonders in einer Reihe großformatiger Orchesterkonzerte, in denen erfolgreiche junge Solisten große Werke der Musikliteratur spielen. Damit, sagt der künstlerische Leiter Dieter Rexroth, ist auch das Hauptthema der Musiktage abgerissen, die vom 28. Oktober bis zum 13. November stattfinden: Wie stehen junge Musiker zu den großen Werken der Vergangenheit, wie positionieren sie sich im Spannungsfeld zwischen der Lust auf das Neue und dem Bewahren der Tradition?

Rexroth stellt damit sehr selbstbewusst eine der entscheidenden Fragen unserer Kultur. Aufgefächert wird das Thema unter dem Motto „Im Atem der Zeit - Junge Kunst und große Meister“ in sehr unterschiedlicher Weise. • Sinfonische Konzerte: Im Eröffnungskonzert (28.10.) mit dem HR-Sinfonieorchester, Leitung Thierry Fischer, wird der Jubilar Franz Liszt (200. Geburtstag) gewürdigt, und die koreanische Geigerin Hyeyoon Park spielt das Brahms-Violinkonzert. Zwei klassisch-romantische Programme spielt das Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag (3., 4.11.), das Spohr-Kammerorchester widmet sich der Moderne mit Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 1 und der Solistin Daniela Hlinková. Die Musiktage enden romantisch mit Bruckners Vierter und Brahms’ erstem Klavierkonzert mit Martina Filják als Solistin (13.11.). • Artists in residence: Als herausragende junge Solistinnen werden die koreanische Geigerin und ARD-Wettbewerbssiegerin Hyeyoon Park (19) sowie die vielfach ausgezeichnete slowakische Pianistin Daniela Hlinková (36) und die ebenfalls hoch dekorierte (Gewinnerin des Cleveland-Wettbewerbs) kroatische Pianistin Martina Filják (32) jeweils mehrere Konzerte spielen. • Salons: Als offenes Projekt werden erstmals drei Salons angeboten, etwa zum Thema „Industrialisierung und Innerlichkeit“, in die musikalische Darbietungen integriert sind. • Quartettkonzerte: Sie gehören zum festen Programm der Musiktage. Das Quartett Plus 1 (29.10.) kommt mit einem Musik/Kunst-Projekt, das Quatuor Diotima spielt Brahms, Debussy und eine Uraufführung (1.11.), das Minguet-Quartett schlägt einen Bogen von Dowland bis Rihm (8.11.) und das Signum-Quartett spielt mit dem Klarinettisten Fabio di Cásola das Brahms-Quintett (10.11.). • Künstler aus Kassel: Die Kooperation mit Kasseler Musikern und Ensembles wird ausgeweitet. Mit dabei unter anderem: Das Staatstheater (Schostakowitsch-Oper „Lady Macbeth“, 29.10.), die Kantorei Kirchditmold (Brahms-Requiem, 6.11.), die Musikakademie (Brandenburgische Konzerte 6.+13.11.) und Kantor Eckhard Manz (Orgelkonzert, 9.11.).

Karten: HNA-Kartenservice: Tel. 0561 / 203 204 und über www.kasseler-musiktage.de

Von Werner Fritsch

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.