Finale des Kreativwettbewerbs der Kasseler Musiktage: Jugend spielt grenzenlos

Führten ein nachdenkliches Stück über Heimat auf: Schülerinnen der Theodor-Heuss-Schule aus Homberg. Foto: Zgoll

Kassel.  Freiheit, Zukunft, Fremdsein, Sexualität: Große Themen wurden in den vier sehr qualitätvollen Beiträgen berührt, die beim Finale des Kreativwettbewerbs der Kasseler Musiktage am Mittwochabend im Opernhaus über die Bühne gingen.

Das gestellte Thema „Grenzen? Grenzenlos! Was macht uns frei!?“ wurde dabei sehr weit gefasst oder auch nur touchiert. Die Präsentationen, von der Jury aus zehn Bewerbungen ausgesucht, demonstrierten, welch vielfältige Mittel Schüler verwenden können, um das auszudrücken, was ihnen wichtig ist. Katja Tschirwitz führte durch den Abend.

Acht Schüler der Kasseler Heinrich-Schütz-Schule setzten unter dem Titel „Kunst, die klingt“ mit Saxofonen, Posaunen, E-Bass, Schlagzeug und Klavier drei documenta-Kunstwerke in Musik um, darunter Anatols „Traumschiff Tante Olga“ von 1977, das heute auf dem Gelände der Schule steht. Die originellen Kompositionen dazu stammen von der Schülerin Hannah Stastny.

Ein sehr nachdenkliches und tief gehendes Viertelstundenstück präsentierten dann Achtklässler der Theodor-Heuss-Schule aus Homberg. In „Fremd bin ich …“ vermischte sich Musik von Schubert bis Udo Jürgens mit Texten von Schülern, die ihre Heimat verlassen haben, um nach Deutschland zu kommen. Eine sehr schöne Präsentation ohne erhobenen moralischen Zeigefinger.

In „Körperkontakt“, der künstlerisch sehr reifen Choreografie der Tanzwerkstatt Kassel, entrollten sechs Tänzer ohne jede Anstößigkeit knisternde Erotik und machten die Konflikte und Freuden Jugendlicher mit ihrer erwachenden Sexualität künstlerisch sichtbar.

Am Ende gab es „ABI 20:15: Freiheit nach der Primetime“, eine heitere Revue von Abiturienten der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain. Die Unsicherheit über das Kommende durchkreuzt die Freude über den Schulabschluss, doch die Hochstimmung überwiegt. All das war in eine alberne Bühnenshow gefasst. Der Spaß am Spiel mit und über sich konnte man den Absolventen ablesen.

Die Zuschauer im halb vollen Opernhaus sprachen per Abstimmung diesem Beitrag den Publikumspreis zu. Viel Applaus gab es aber für alle.

Von Johannes Mundry

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