Das Jugendsinfonieorchester Kassel und der Pianist André Callegaro überzeugten mit Strauss und Beethoven

Jung und jung gesellt sich gern

Voll synchron: Die Mitglieder des Kasseler Jugendsinfonieorchesters mit dem Dirigenten Kiril Stankow (vorn, Fünfter von links) und dem Pianisten André Callegaro (hinten rechts). Das Programm wurde einen Tag zuvor schon in Ahnatal-Weimar gegeben. Foto: Kisling

KASSEL. Prima gewählt war der Auftakt beim Herbstkonzert des Jugendsinfonieorchesters Kassel im sehr gut gefüllten Saal der Freien Waldorfschule. Junge Musiker zeigten ihr Können mit der Bläserserenade op. 7 des erst 17-jährigen Richard Strauss.

Frisch und liebenswürdig gibt sich dieses mehr früh- als spätromantische Werk aus dem Jahr 1881. Die 13 Bläser wussten damit zu überzeugen und boten unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Kiril Stankow einen Mix aus entspanntem Musizieren und punktgenauen Zuspitzungen.

Es folgte Beethovens Klavierkonzert Nr. 2 op. 19 B-Dur, das eigentlich sein erstes ist, da es noch vor dem als Nr. 1 geführten Konzert in C entstanden war. Den Geist der frühen Wiener Klassik verströmt dieses B-Dur-Opus - mit einer spannenden Ausnahme: Einen Kontrast bildet die Kadenz des 1. Satzes, die dem viel gewagteren Stil des mittleren Beethoven verpflichtet ist. Es war der Abend des Klaviersolisten André Callegaro. In seinem überaus musikalischen Vortrag ließ er einen ausgeprägten Sinn für die geradezu Mozart’sche Anmut der Musik erkennen. Prägnant auch die aus dem Rahmen fallende Kadenz mit ihren schroff herausgearbeiteten Themeneinsätzen. Verdienterweise durfte sich der junge Pianist über viel Beifall des Publikums und der Musikerkollegen freuen.

Das Orchester überzeugte durch sein rhythmisch kompaktes Spiel, auch wenn in den Geigen noch nicht das Maximum in der Homogenität erreicht war. Das galt auch für die nach der Pause dargebotene 2. Sinfonie von Beethoven. Stark waren dabei vor allem der schwungvolle erste Satz und das zündende Scherzo. Langer Schlussapplaus.

Von Georg Pepl

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