Die Junge Philharmonie Nordhessen bei Kasseler Debüt gefeiert

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Thomas Rimes

Kassel. Vom stacheligen Ohrwurm bis zum stacheligen Beethoven - eine reiche Musikauswahl erfreute am Samstag über 200 Zuhörer im Foyer der Eon Mitte. Ihr Kasseler Debüt gab dort die neu gegründete Junge Philharmonie Nordhessen.

Eine schöne Idee der Musikschulen Kassel (Leitung: Rolf Herbertz), Schwalm-Eder (Inga Klöpfel) und Wolfhager Land (Malte Klages) ist dieses Jugendorchester mit knapp 60 Mitwirkenden. Dirigent ist Thomas Rimes, der am Staatstheater Kassel schon mehrmals eine sichere Hand für Jugendprojekte bewiesen hat.

Beim effektvollen Beginn punkteten die jungen Solisten auch mit ihrer Courage: Zum Trommelrhythmus servierten die verschiedenen Holzbläser eine markante Melodie, die sich dann im fulminanten Crescendo entfaltete. Ravels „Bolero“ - auch hier ein Hit.

Musikschulen bieten Möglichkeiten für ein tolles Hobby, besonders Begabten weisen sie darüber hinaus den Weg in den Beruf. Als Kind hat Johannes Fleischhut seine Ausbildung in Homberg begonnen, nun studiert der 26-Jährige Klarinette in Köln. Beseelt interpretierte er den langsamen Satz aus Mozarts Klarinettenkonzert, um danach noch eine kecke Strawinsky-Zugabe in die Runde zu werfen. Großartig!

Zwischendurch zog ein russischer Traum von Italien, Tschaikowskys „Capriccio Italien“, an den Hörern vorbei. Dann knöpfte sich eine 9-köpfige Cellogruppe unverwüstliche Schlager wie den „Kleinen grünen Kaktus“ vor. Und schließlich wurde es philharmonisch mit einer erleichterten Fassung von Beethovens 5. Sinfonie.

Jugendfrisch zügig kämpfte man sich von Moll nach Dur, durch die Nacht zum Licht, und ließ in der zugegebenen Wiederholung des ersten Satzes nochmals das Schicksal gehörig an die Pforte pochen. Riesenbeifall.

Von Georg Pepl

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