Drei heimische Orchester glänzten beim Kultursommer mit Strawinsky, Musicals und einem Cellokonzert

Junge Sinfonie aus Nordhessen

Spannende Werkauswahl: Schüler der Edertalschule Frankenberg unter Leitung von Markus Wagener beim Auftritt in der Kasseler Stadthalle. Foto:  Fischer

KASSEL. Dass ästhetische Erziehung wichtig ist, hat bereits der Klassiker Friedrich Schiller gewusst. Doch heute wird sie vielfach unterschätzt, weil sich das Musische nicht unmittelbar verwerten lässt. Umso erfreulicher war es, was sich am Samstag in der Kasseler Stadthalle ereignete: Zwei Schulorchester und ein Jugendsinfonieorchester spielten beim Kultursommer groß auf. Es war eine Nordhessen-Sinfonie, getragen von riesigem Engagement.

Das Orchester der Edertalschule Frankenberg glänzte mit einer spannenden Auswahl aus Werken von Sibelius, Strawinsky und Arturo Márquez. Dass Schüler Teile aus Strawinskys „Feuervogel“-Suite aufführen, ist angesichts von deren anspruchsvoller Modernität schon etwas Besonderes. Zum Plädoyer für den farblichen Reichtum eines Orchesters wurde die vom Lehrer Markus Wagener versiert geleitete Darbietung - ebenso wie das kontrastreiche Tanzstück des Mexikaners Márquez.

Als weiterer Klangkörper aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg brillierte das Orchester der Christian-Rauch-Schule Bad Arolsen. Impulsiv die Leitung von Rainer W. Böttcher, der mit den Schülern unter anderem Hits von Tschaikowsky und Dvorák sowie ein bombastisches Medley aus „Phantom of the Opera“ präsentierte. Zuletzt vereinigten sich die beiden Schulorchester zu einer 130 Musiker zählenden Gemeinschaft und ließen es zur Freude der 400 Zuhörer mit einer irischen Weise aus „The Lord of the Dance“ krachen.

In der Konzertmitte hatte das Jugendsinfonieorchester Kassel seinen starken Auftritt. Ganz klassisch und in Kammerorchester-Besetzung bot es mit dem Dirigenten Kerry Jago Haydns Cellokonzert C-Dur. Eindrucksvoll die Musikalität der Solistin Jola Isberner (21). Stilsicher, mit klarem Celloton und feiner Artikulation spielte die an der Musikhochschule Lübeck studierende Kasselerin. Die Kollegen aus den anderen Orchestern lauschten im Publikum der begabten Cellistin. Denn auch das gehört zu den Vorzügen ästhetischer Erziehung: Man lernt, richtig zuzuhören.

Von Georg Pepl

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