Junges Dokfest: Filmkritik "Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen"

Damit Jugendliche für das Medium sensibilisiert werden und qualitätvolle Filme sehen und bewerten lernen, gab es beim Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest im November wieder die Sektion „Junges Dokfest“.

Hier eine Kritik des Films "Mamnou (Forbidden)".

„Wenn jetzt Frieden wäre, wäre lernen die Zukunft.“ Der Junge, der so erwachsen denkt und spricht, heißt Mirwais und ist gerade einmal zehn Jahre alt. Der Film „Generation Kunduz – Der Krieg der Anderen“ begleitet ihn in seinem Alltag, zeigt uns wie er in Kunduz‘ Straßen Schuhe putzt, um seine Familie zu ernähren und in der Schule versucht, alles zu lernen, was er brauchen kann. Einen guten Beruf möchte er später ausüben, vielleicht Lehrer werden, Hauptsache raus aus seinem jetzigen Leben.

So wie er träumen auch viele andere junge Afghanen von einem besseren Leben ohne Krieg. Sie wünschen sichetwas Sicherheit und Perspektiven. Regisseur Martin Gerner stellt uns außer Mirwais noch vier weitere Jugendlichein sehr persönlichen Porträts vor.

Beispielsweise Hasib,der von echter Demokratie träumt, aber teilweise nicht einmal in die Wahllokale eingelassen wird, obwohl er Wahlbeobachter der FEFA ist. Oder Nazanin, eine Radioreporterin, die für Gleichberechtigung kämpft, in der Öffentlichkeit aber ihre Burka tragen muss.

Martin Gerner hat viele Monate in Afghanistan verbracht. Er möchte uns, wie er sagt, die afghanische Bevölkerung außerhalb der Militäreinsätze vorstellen. Und wir lernen eine junge gebeutelte, aber nach vorne blickende Generation kennen, die zwischen Taliban und ausländischem Militär für eine bessere Zukunft kämpft. Das Ziel Gerners, uns die Menschen hinter den typischen Bildern aus den Medien zu zeigen, ist gelungen. „Generation Kunduz“ zeigt ein anderes, menschlicheres Afghanistan, in dem noch viel zu tun ist, bis die Menschen dort ohne Angst leben können.

„Wenn Frieden wäre, würden sich alle verstehen. Dann wäre alles gut.“

Von Julia Andresen, Jg. 12(Albert-Schweitzer-Schule, Kassel)

Hinweis: Die Schülerkritiken sind unbearbeitet übernommen worden und geben nicht die Meinung von HNA Online wieder.

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