Dokument bringt Licht in den Fall Oppenheimer

Justizmord an Juden

STUTTGART. Ein historisches Kleinod des Landesarchivs Baden-Württemberg wirft ein erhellendes Licht auf das Verfahren gegen den Hofrat Joseph Süß Oppenheimer. Mit der neu erworbenen Verteidigungsschrift für den 1738 hingerichteten Berater des württembergischen Herzogs Karl Alexander werde eine Lücke in der Überlieferung des Prozesses geschlossen, erläuterte der Präsident des Landesarchivs, Robert Kretzschmar, in Stuttgart: „Es war wirklich ein Justizmord.“

Die Schrift war von Oppenheimers Pflichtverteidiger, dem Tübinger Juristen Andreas Michael Mögling, verfasst worden. Doch seine Mühe fruchtete nicht, denn Oppenheimer wurde nach dem von antijüdischen Ressentiments geprägten Prozess am 4. Februar 1738 öffentlich hingerichtet. Der Fall lieferte die Vorlage für den antisemitischen Nazi-Film „Jud Süß“. (dpa)

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