Kabarett ist nur sein Spielbein: Der Kasseler Lehrer Florian Brauer

Fühlt sich im Musikzimmer der Schule genauso wohl wie auf der Bühne: Florian Brauer. Foto: Hempel

Kassel. Wer kann schon sagen, er habe einen Lehrer, der abends auf der Bühne steht? Schüler der Heinrich-Schütz-Schule. Florian Brauer, Lehrer und selbst ernannter „Musik-Paparazzo“, präsentiert am Donnerstag im Kasseler Theaterstübchen sein gleichnamiges Kabarettprogramm.

„Ein Musik-Paparazzo ist einer, der hinter die Fassade der Stars guckt“, erklärt Brauer. Vor allem aufs Umtexten und Parodieren bekannter Songs versteht sich der Musik- und Biologielehrer. Dabei kommt zum Beispiel heraus, dass Michael Jackson Billig-Jeans („Billy Jean“) verabscheute, und die Magdeburger Band Tokio Hotel bei ihrer Debütsingle von Stasi-Akten inspiriert wurde („Durch den Konsum“).

„Ich habe sehr früh gern Leute nachgemacht“, sagt der 41-Jährige. „Meine Oma war Wienerin, das hat sich angeboten.“ Brauer, der auch an der Jacob-Grimm-Schule unterrichtet, hat zum Kabarett gefunden, als er gerade Zeit dafür hatte. „Als meine Frau und ich unser drittes Kind bekommen haben, habe ich mich für ein Jahr aus der Schule verabschiedet.“ In dieser Zeit war ein erstes Programm entstanden. „Das habe ich erst mal vor Freunden aufgeführt.“ Seit zwei Jahren darf auch das Publikum in Kassel und Umgebung teilhaben. Viel weiter wolle er sein Bühnendasein gar nicht ausbauen. „Dafür fehlt einfach die Zeit.“

„Lehrer sein ist wie auf der Bühne stehen, bloß dass keiner applaudiert.“

Mit Klavier, Gitarre und Nasenpfeife begleitet Brauer seine Stücke. „Die Nasenpfeife habe ich von Schülern geschenkt bekommen.“ Zum Einsatz kam das Instrument mit Spaßfaktor zum ersten Mal auf der Hochzeit eines Freundes. „Damit habe ich Ave Maria gespielt.“

Hinter Brauers Komik steckt geballtes musikalisches Wissen. In Kassel studierte er Schulmusik. Nach dem ersten Staatsexamen ging der gebürtige Bad Hersfelder nach Dresden, um dort an der Hochschule für Musik Gesang zu studieren. Zurück in Kassel brachte er sein Lehrerstudium zu Ende.

Alles, was nach Familie und Schule kommt, nennt Brauer sein „Spielbein“ - die Musik. Dabei sind die Ausflüge in die Kabarettwelt nur ein Teil. „Ich stehe auch relativ häufig für die Kammeroper Kassel als Tenor auf der Bühne.“ Auch im kirchenmusikalischen Bereich engagiert er sich.

Zwischen seinem Beruf und dem Dasein als Freizeitkabarettist sieht Brauer keine großen Unterschiede. „Lehrer sein ist auch wie auf der Bühne stehen, bloß dass keiner applaudiert.“ Als Lehrer sei er allerdings gar nicht so witzig, meint Brauer.

Florian Brauer, „Musik-Paparazzo“, Donnerstag, 9. Februar, 20 Uhr, im Theaterstübchen Kassel, Jordanstraße 11. Eintritt 13 Euro (HNA-Kartenservice, Tel. 0561/203 204), Tickets an der Abendkasse kosten 15 Euro.

Von Claudia Hempel

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