Kabarettist Horst Schroth dreht auf beim Baunataler Herbstpalast

Erfrischend anders: Horst Schroth. Foto: Fischer

Kassel. Kabarett ist Kabarett, und Horst Schroth ist Horst Schroth. Nichts gegen gute Kabarettisten, aber was der 64-jährige Wahl-Hamburger - pendeln wir ihn zwischen frechem Schlingel, gutem Beobachter und Partyschreck ein - auf die Bühnenbeine stellt, ist erfrischend anders.

Weil er aus dem Bekannten schöpft, besser gesagt aus seinem Bekanntenkreis, um seine Geschichten zu pointieren. Am Donnerstag präsentierte sich der Charmeur und Turboquassler vor 240 Besuchern beim „Baunataler Herbstpalast“. Seine Geschichten und Anekdoten klingen vertraut. Wie einer, der zu feuchtfröhlicher Stunde auf einer Feier im Freundeskreis einige Interna zum Besten gibt.

Im Mittelpunkt seines Programms „Was weg ist, ist weg“ steht sein alter Freund Franky. Ein wohlhabender Penthouse-Besitzer. Sehr wählerisch, was die Frauen angeht, und deswegen auch zumeist ohne feste Partnerin.

Übergewichtig und unsportlich und deswegen ein notorischer Lügner bei Kontaktanzeigen. Dennoch stets bereit zu amourösen Sprüngen und Sprüchen, die auf Damen abzielen, die Jahrzehnte jünger sind als er.

Franky feiert auf der Bühne seinen 65sten. Das Publikum ist dabei und wird von Schroth über alles bestens informiert. Nicht nur wie Schroth seinen Freund charakterisiert, bewegte die Lachmuskeln. Schroth nutzt alles, was sich auf der Party abspielt, für seine amüsant erzählten Geschichten. Da gibt es die Damen, die sich über die schlechten Plätze auf der Party brüskieren, die aber immer zu zweit aufs Klo müssen. „Warum eigentlich?“

Die Casanovas jenseits der sechzig bekommen ebenfalls ihr Fett weg. Anthony Quinn muss herhalten: „Der ist mit 81 Vater geworden. Das ist als ob man mit einem Tau Billard spielt.“ Auch eine Nackttänzerin, die der Geburtstagstorte entsteigt, fehlt nicht in Schroths Partygeschichte.

Ganz nebenbei fädelt er immer wieder gekonnt kleine Nebenschauplätze ein: Angela Merkel, die Katholiken. All das in einer Sprechgeschwindigkeit, die mutmaßen lässt, Schroth reicht einmal Luft holen, um fünf Minuten ohne Pause zu erzählen. Lautstarker Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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