"Frau Jahnke hat eingeladen"

Kabarettistin Gerburg Jahnke beweist, wie lustig Frauen sind

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Lädt bevorzugt „Gästinnen“ ein: Gerburg Jahnke.

Kassel. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ist durch und durch Feministin. Kabarettistin Gerburg Jahnke kommt nach Kassel. Vier Kolleginnen stehen auf ihrer Gästeliste und auf der Bühne.

Wen sie für ihren Auftritt am Samstag, 25. August, in der Stadthalle nicht eingeladen hätte, wollte uns die 63-Jährige jedoch nicht verraten.

In Ihrer Fernsehsendung „Ladies Night“ sind ausschließlich Frauen dabei. Wenn Sie einen männlichen Kollegen einladen müssten, wer wäre das?

Gerburg Jahnke: Das habe ich schon gemacht, nämlich meinen Lieblingskollegen Herbert Knebel. Letztens hatten wir eine Sendung mit Paaren. Da wurden Frauen eingeladen, die nicht alleine auf der Bühne stehen, sondern mit einem Mann. Da fühlte ich mich so einsam, weil alle einen Kerl an ihrer Seite hatten. Da musste Herbert herhalten.

Sie sind schon öfter mit ihm aufgetreten?

Jahnke: Genau. Im Laufe der Jahre hat sich das immer wieder ergeben. Wir kennen uns lange und haben eine ähnliche Geschichte im Ruhrgebiet.

Ihr Format ist sehr erfolgreich. Was ist das Geheimnis?

Jahnke: Das weiß ich nicht so genau. Wir liefern schöne Abende ab und die Leute haben viel Spaß. Es brauchte etwas Zeit, bis man verstanden hat, dass da kein Häkelverein auf der Bühne steht, sondern ernst zu nehmende, potente Künstlerinnen.

Was erwartet die Zuschauer am Samstag?

Jahnke: Ich habe vier „Gästinnen“ dabei. Lisa Feller ist eine Comedienne aus Münster, erzählt viel über ihr Leben als alleinerziehende Mutter zweier Jungs. Liza Kos kommt aus Moskau. Sie thematisiert Rassismus-Geschichten, gibt gerne die Russin, was amüsant ist, und spielt Gitarre. Sarah Hakenberg ist eine Künstlerin, die wegen der Liebe in Warburg lebt. Sie macht schöne Programme mit selbstgeschriebenen Songs. Sie ist witzig, aber nachdenklich. Und Daphne de Luxe ist eine großartige Entertainerin. Sie hat eine klare Haltung und lebt auch dieses „Mädels genießt euer Leben“. Ja, und zwischendurch komme immer ich.

Und „der Mann“, von dem Sie so oft bei „Ladies Night“ erzählen, steht wie immer um diese Jahreszeit brav im Garten?

Jahnke: Die Geschichte mit dem Mann hat sich so verselbstständigt, dass ich manchmal in meinen Garten gucke und denke „Wo ist er denn?“ Meine Hoffnung ist, dass dieser unsägliche Klimawandel-Sommer bis November geht, wenn das bedeutet, dass der Mann so lang draußen bleiben kann.

Das Programm heißt „Frau Jahnke hat eingeladen“. Wie genau haben Sie denn eingeladen? Per Brief, E-Mail, Whatsapp, Morsezeichen?

Jahnke: (lacht) Ich hab getrommelt. Nein, das ist sehr schnöde. Da müssen viele Entscheidungen getroffen werden. Man guckt sich die Orte an, überlegt, welche Künstlerinnen dabei sein könnten und und und. Das muss auch backstage zusammen passen.

Sie sind fünf Frauen. Wie kann man einen möglichen Zickenkrieg unterbinden?

Jahnke: Es gibt keinen. Ok, es gab mal die eine oder andere Kollegin, die sich dann als Zicke herausstellte. Das löst man ganz einfach, indem man sie nicht mehr einlädt. Wir sind eine gute, irgendwie kuschelige Gruppe, in der man sich gegenseitig zuhört. Es ist wie eine solidarische Pyjama-Party hinter der Bühne.

Nach welchen Kriterien wählen Sie ihre „Gästinnen“ aus?

Jahnke: Natürlich braucht es jemanden mit Professionalität. Gerade in größeren Hallen, wie auch in Kassel, müssen es Künstlerinnen sein, die das allein stemmen könnten. Die alle in ihren Bann ziehen. Sie sollten flexibel sein, auf das Publikum eingehen, wenn es nötig ist. Und die Qualität der Geschichten muss stimmen.

„Frau Jahnke hat eingeladen“, 25.8, 19.30 Uhr, Stadthalle Kassel. Tickets: HNA-Kartenservice, Tel. 0561/203 204.

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