In der Pause sammelt er Geld für Hospize

Kalauer aus dem Jenseits: Comedy mit dem Tod in Vellmar

Der Tod warf in Vellmar auch heikle Fragen auf – etwa die, ob man sich nicht vernachlässigt fühlt, wenn andere sagen: „Die Besten sterben immer zu früh.“ Foto: Schachtschneider

Vellmar. Mit makaberen Scherzen über das Sterben ist der Berliner Komiker, der sich "Der Tod" nennt, zum Star auf den Comedy-Bühnen geworden.

Auch in Vellmar lachten sich seine Fans - nun ja - tot.

Genau genommen ist der Tod sterbenslangweilig. 100 Minuten lang reißt der Berliner Komiker, der sein Gesicht und seine wahre Identität hinter einer Kapuze versteckt, am Donnerstag im Bürgerhaus Vellmar-West die immer gleiche Pointe. Die geht ungefähr so: Der Tod hält den Zuschauern ein Bündel Radieschen vor die Nase und sagt: „So harmlos sehen Radieschen von unten aus.“ Immer geht es um das Brechen des Tabuthemas Tod.

Der, so die Botschaft seiner „Death Comedy“, ist gar nicht so schlimm. Aber will man wirklich darüber lachen in diesen Tagen, da die Flugzeugkatastrophe in den Alpen eine ganze Nation in Trauer versetzt hat? Alles, was sich um Flugzeuge dreht, hat der Tod aus seinem Programm gestrichen. Aber selbst in diesen schwierigen Zeiten muss man sagen: Er ist wirklich gut.

Auch sein dritter Auftritt in Vellmar innerhalb von 13 Monaten ist mit 270 Zuschauern ausverkauft. Mit seiner Heliumstimme erzählt der Komiker, der 2011 auf einer Talentbühne entdeckt wurde, Kalauer, die so jenseitig klingen, dass sie schon wieder lustig sind: „Selbst die größten Vegetarier beißen ungern ins Gras.“

In Vellmar fühlt er sich wohl, „hier liegt der Hund begraben“. Einen alten Mann fragte er vor der Rolltreppe im Bahnhof: „Kann ich Ihnen beim Draufgehen helfen?“

Er hat eine Praktikantin dabei, die „Exitussi“, und zitiert wahre Grabsteinsprüche: „Den Blick hielt er stets nach links gewandt, der Bus kam leider rechter Hand.“ Das Publikum lacht sich halb tot - etwa über diesen Witz: „Wie heißen Frauen, die immer wissen, wo ihre Männer sind? Witwen.“

In der Pause sammelt er Geld für Hospize, in denen der Tod auch schon aufgetreten ist und wo er Sterbenskranke zum Lachen gebracht hat. Der Tod ist ein lustiger Geselle.

Der Tod tritt am 3. März 2016 erneut im Bürgerhaus Vellmar auf. www.piazza.ddticket.de

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