Der große Pit-Knorr-Abend in der Caricatura: ein super Abend

Kalauer und Klassiker

Pit Knorr

Kassel. Als der „große Pit-Knorr-Abend“ war der Auftritt des „Titanic“-Mitgründers in der Caricatura angekündigt. Und es wurde ein langer, äußerst vergnüglicher Abend, in dem es nicht nur ums 30-jährige Bestehen des Satiremagazins ging, zu dessen Überleben Knorr als Ideengeber, Inspirator und Organisator beigetragen hat: „In einer solchen Truppe von Egomanen und unverschämten Solisten muss es einen geben, der den Laden zusammenhält.“

Von „Titanic“ allein indes konnte man nicht leben: „Wir sind aber nicht betteln gegangen, wir sind ja nicht die ,taz’.“ Auch deshalb bildeten Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Knorr die Gruppe GEK, die „praktisch alles“ für Otto Waalkes geschrieben hat: Bühnenprogramme wie Drehbücher. Klassiker wie die Reportage über das Wunder des Ärgerns im Körper von Herrn Fenner kamen bei den 100 Besuchern, von denen viele die seligen „Pardon“-Zeiten (wo Knorr als Redakteur arbeitete) erlebt haben mögen, großartig an. An Otto schätzte Knorr die „pure Anarchie“. Vom weltverbessernden Anspruch des Kabaretts mit seinem einvernehmlichen Publikum hatte sich Knorr Richtung Nonsens bewegt: „Mir mangelte es nie an Volksnähe.“

Man erfuhr Erstaunliches über den 71-Jährigen, den Moderator Bernd Gieseking als „den Leisen unter den ganz Großen der komischen Bühnenkunst“ bezeichnete: Dass der leidenschaftliche Boulespieler mit Zweitwohnsitz auf Mallorca seine markante Stimme fiesen Feldherrn für Videospiele leiht, zum Beispiel. Dass er berlinern, babbeln und bayrisch sprechen kann, dass es eine Freude ist. Und dass natürlich auch albernste Kalauer Können verlangen - und Wissen: „Wir haben noch Scherze auf der Basis von Bildung machen können. Wir waren alle ziemliche Schlaumeier.“

Von Mark-Christian von Busse

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