Kalauer zur Kulinarik: Die Wackernagels im Theaterstübchen

Die Pointen zündeten wie Kalorienbomben nach Genuss von Sahnetorten: Sabine (links) und Katharina Wackernagel mit Pianist Martin Lüker im Theaterstübchen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Als „Trio Saitensprung“ präsentierten Sabine und Katharina Wackernagel und Klavierschelm Martin Lüker Humorvolles zum Thema Esskultur.

Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Dass sie aber auch auf denselben schlagen kann, darüber konnte das Publikum am Dienstag im ausverkauften Theaterstübchen herzhaft lachen. Bei den Rezepten setzten Sabine und Katharina Wackernagel sowie Martin Lüker ganz auf Satire.

Kaum zu glauben, wie viel man bei diesem Thema literarisch verbacken, verkochen und verbraten kann. Das geniale Trio zeigte sich in Bestform. Die Pointen zündeten wie Kalorienbomben nach Genuss von Sahnetorten.

Die geistigen Urheber ihrer Gedichte, Lieder und Geschichten waren legendäre Autoren wie Robert Gernhardt, Heinz Erhardt oder Joachim Ringelnatz, um nur einige zu nennen, die Lieder, die zumeist Martin Lüker zum Besten gab, wenn er denn nicht gerade seinen Bühnenpartnerinnen mal wieder frech und schelmenhaft in die Töpfe spuckte, stammen aus den Kochbüchern des Schlagers, der Klassik oder aus dem Pop wie Herbert Grönemeyers „Currywurst“.

Sabine Wackernagel eröffnete das Festbankett für kulinarische Zwerchfellfreuden mit Hans Sachsens „Tischzucht“: „Hör Mensch, wenn du zu Tisch gegann, die Hände solltest du gewaschen hann“, gefolgt von einem jiddischen Witz. Auch Witziges zum Thema „Kellner trifft auf unzufriedenen Gast“ fehlte nicht: „Was erzählt der Fisch an Neuigkeiten?“, fragt der Ober einen Gast, als dieser sein Ohr dem bestellten Flossentier zuneigt. „Gar nichts“, antwortet dieser, „er sagt, er liegt schon zu lange hier im Restaurant.“

Zumeist spielten Katharina Wackernagel und Mutter Sabine sich die Pointen zu, stritten und foppten sich oder gaben Lieder wie „Vergammelte Speisen zu überhöhten Preisen sind zurückzuweisen“ oder „Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten“ zum Besten.

Lüker kalauerte, spielte den drucksenden Unterdrückten oder besang das undankbare Leben einer Wirtshaussemmel, die Vielseitigkeit der Currywurst oder schmetterte schelmisch grinsend: „Ich wollte niemals auseinandergehen.“ Dem Publikum schmeckte all das großartig. Riesenapplaus für dieses Kochtrio. Als Nachtisch drei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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