Kalkulierte Provokation - ein Kommentar zu Lars von Triers Nazi-Sprüchen

Der dänische Regisseur Lars von Trier ist vom Festival in Cannes nach seinen jüngsten Äußerungen über die Nazis offiziell ausgeschlossen worden. Ein Kommentar.

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Der Rauswurf Lars von Triers durch die Festivalleitung und deren Distanzierung von Nazi-Äußerungen sind nachvollziehbar. Und der Regisseur tat gut daran, sich offiziell zu entschuldigen.

Wenn man sich seine Aussagen mit klarem Kopf ansieht, ist aber zu erkennen: Da er allein aus den deutschen Wurzeln seiner Familie sein eigenes Nazitum schlussfolgerte, begann er seine umstrittenen Aussagen klar provokativ. Danach verrannte er sich als Hitler-Versteher und eierte herum, bis er erneut auf Provokation umschaltete: „Okay, ich bin Nazi.“

Spätestens hier wurde klar, dass wir es mit kalkulierter Aufstachelei zu tun haben, nicht mit einem Holocaust-Leugner. Der Mann ist Künstler, wir sollten ihn an seinem anspruchsvollen, durchaus provozierenden Werk messen, nicht an so einer dummen Äußerung.

Von Bettina Fraschke

Rubriklistenbild: © dpa

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