Kammerchor der Kreuzkirche: Schwungvolle Rossini-Messe

Rossini-Messe in der Adventskirche: vorn die Solisten Evgeniya Malkiel und Anna Nesyba (linke Seite) sowie Rolf Sostmann und Justus Wilcken (rechte Seite), dahinter der Kammerchor der Kreuzkirche mit dem Leiter von Jochen Faulhammer. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die „Petite Messe solennelle“ ist ein geniales Spätwerk von Gioachino Rossini. Die Messe entstand 1863, 34 Jahre nach seiner letzten Oper „Wilhelm Tell“, doch wirkt die Musik alles andere als ausgebrannt.

Der 71-jährige Rossini bietet markante Melodien, abenteuerliche Akkordfolgen und einen enormen rhythmischen Schwung.

Genau das faszinierte am Sonntag in der Adventskirche: Unter der befeuernden Leitung von Jochen Faulhammer bot der Kammerchor der Kasseler Kreuzkirche eine rundum gelungene Aufführung von Rossinis spätem Meisterwerk.

Wie immer hat Faulhammer auch einen aussagekräftigen Text fürs Programmheft verfasst. Dort hieß es über das Kyrie: „Der formal wie klanglich wunderbar ausbalancierte Satz schwebt gewissermaßen wie auf einem fliegenden Teppich - ein Effekt, der auch für die großen Fugen am Ende des Gloria und des Credo gilt.“

Diesen Teppich legte Ralf Schwarz-Aschenbrenner am Klavier, präzise, ohne Aufweichung der treibenden Rhythmen. Rossinis Messe hat eine ungewöhnliche Instrumental-Besetzung, und so gab es als zweites Instrument nur ein Harmonium. Christine Spuck sorgte für die musikalischen Farbtupfer.

Mit vollem Einsatz sang der Kammerchor der Kreuzkirche. Plastisch arbeitete er Laut-leise-Kontraste heraus, hinreißend gelang die Fuge des „Cum sancto spiritu“ – ein Energieschub, gar nicht so weit entfernt von einem Gospelchor.

Rossinis Vitalität war auch bei den Gesangsolisten Anna Nesyba (Sopran), Evgeniya Malkiel (Alt), Rolf Sostmann (Tenor) und Justus Wilcken (Bass) bestens aufgehoben, wobei Nesybas leuchtender Sopran besonders gefiel. Es war ein inspiriertes Konzert, und die 140 Zuhörer in der Adventskirche dankten mit Ovationen.

Von Georg Pepl

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